Zu Besuch im Haus des Meeres (Teil 1): Puppis Nachbarn

Vielleicht ist es nicht die beste aller Ideen, an einem kalten, windigen Tag in Wien das Haus des Meeres zu besuchen. Aber manchmal ergibt es sich eben so und es geht nicht anders.
Folglich stehen wir auf dem zugigen Esterhazy-Platz in Mariahilf in der Schlange, die sich langsam Richtung Kasse vorschiebt. Es soll nicht die erste Schlange sein, die wir an diesem Tag zu Gesicht bekommen.
Der ehemalige Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg beherbergt seit 1957 das Haus des Meeres, ursprünglich eine Aquarien-Sammlung, die mittlerweile auch zahlreiche Reptilien sowie in einem beeindruckenen Dschungelteil auch Vögel, Flughunde und Affen enthält.hdm21
Die nächste große Schlange befindet sich im Inneren des Gebäudes, das zwar hoch ist (inkl. ausgebauter Dachterasse 11 Stockwerke), aber vom Gebäudequerschnitt eher klein. Das heißt: Es gibt nur einen Fahrstuhl. Und vor dem lagert sich eine Heerschar an Familien mit Buggys für den Nachwuchs.
Will man die elf Etagen hinauf, kann man sich schell ausmalen, wie nervenaufreibend das sein muss – denn der Fahrstuhl wird nicht nur gesteckt voll sein, er wird auch an jeder Etage halten. Denn mit Buggy muss man ihn auch auch von der sechsten in die siebte benutzen.
Also laufen wir. Klugerweise stapfen wir gleich ganz hinauf, um dann gegen den Besucherstrom das HdM von oben nach unten zu besichtigen. Zum Einen hoffen wir, dass es weiter oben leerer ist, weil viele Besucher entnervt aufgeben, zum anderen freuen wir uns auf eine fulminante Aussicht über Wien, die allerdings angesichts des trüben Wetters eher bescheiden ausfällt. Man kann eben nicht alles haben.hdm01

Ein Fehler war es, in das Haus des Meeres keine vernünftige Kamera mitgenommen zu haben – weil ich sie schlicht und ergreifend daheim vergessen habe. Da man verständlicherweise die Tiere nicht anblitzen darf und sich vor dem Becken Menschenmengen herumdrücken, ist Fotografieren dort grundsätzlich eine echte Herausforderung. Aber mit der kleinen Digitalkamera sind doch immerhin 10% der gemachten Bilder erträglich – vor allem die der Tiere, die schön still halten. Von oben nach unten wären das z.B. Langschnauzenseepferdchen, Korallen, ein grüner Baumpython, Blasenanemone mit Samtanemonenfisch, Pantherchamäleon:

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Natürlich gibt es im Haus des Meeres auch viele Schildkröten zu sehen. Im Sommer befindet sich weit oben auf den ehemaligen Flakständen ein Gehege für Pantherschildkröten, dass allerdings bei unserem Besuch noch nicht bezogen war. Zu sehen waren allerdings die Gopherschildkröten, denen man quasi von hinten in ihre Höhlenbehausung hinein schauen kann: hdm06

Im Tropenhaus befinden sich Gehege für Köhler- und für Waldschildkröten sowie Gelbkopf-Landschildkröten.
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Nachzuchten diverser Schildkröten (u.a. auch Köhlerschildkröten) sind in einem separaten Becken zu bestaunen:

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In einem großen Teich, den man auch von unten durch durchsichtige Kriechtunnel anschauen kann, tummeln sich Dutzende unterschiedlichster Wasserschildkröten:

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Dort und im Krokopark gibt es unter anderem Terekey-Schienenschildkröten, Krötenkopfschildkröten, Rotbauch Spitzkopfschildkröten, Chinesische Weichschildkröten, Cumberland Schmuckschildkröten, Papuaweichschildkröten  und viele weitere Arten.
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Ein Besuch im Haus des Meeres lohnt sich allemal, wenn man in Wien ist. Es muss ja nicht immer Stephansdom und Schönbrunn sein. Statt von Kaiser Franz-Joseph, Sisi, Mozart und Strauß kann man sich ja auch von üer 10.000 Tieren in traumhaft schönen Terrarien und Aquarien verzaubern lassen. Auf Zootierliste.de finden Sie ein ausführliches Verzeichnis, welche Arten dort gehalten werden.

Wie für alle Zoos gilt auch hier: Genügend Zeit einplanen, eine gute Kamera mit lichtstarkem Objektiv mitbringen und möglichst nicht am Wochenende oder während der Ferien hingehen.

Der größte Star und Sympathieträger im Haus des Meeres ist aber zweifelsohne Puppi, die wir hier kommende Woche vorstellen werden.
Alle Infos (Öffnungszeiten, Lageplan, Tierbestand, Eintrittspreise u.a.) zum Haus des Meeres finden sich auf der Website des Aquazoos.

Text und alle Fotos: Lutz Prauser. Alle Rechte beim Autor.

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