Und noch einmal zum Thema Hundebiss – Regeneration der Hornplatten

Seit über 40 Jahren leben neben unseren Schildkröten auch immer Hunde mit in der Familie, meist Jagdhunde verschiedener Rassen. In dieser Zeit hatte ich immer wieder einmal von anderen Haltern Berichte über Verletzungen der Schildkröten durch Hundebisse gehört, aber niemals eigene solche Erfahrungen machen müssen. Denn alle unsere Hunde haben bereits im Welpenalter gelernt und akzeptiert, dass die Schildkröten ebenfalls zur Familie gehören und somit tabu sind – alle, bis auf einen.

Thh mit Bisswunde am Plastron, aufgeklebte Röhrchen als Abstandshalter

Ende Dezember 2013 bekamen wir zu unserer bereits vorhandenen Rauhaardackel-Hündin eine zweite aus derselben Zucht, 8 Wochen alt. Die erste, Irma, zu dem Zeitpunkt auch erst ein Jahr alt, hatte problemlos wie alle ihre Vorgänger gelernt, die Schildkröten zu respektieren. Nicht so aber Resi, die zweite. Im März 2014 ertappte ich sie mit Entsetzen im Freigehege, wo sie in aller Ruhe 2 interessante „wandelnde Knochen“ benagte. Dabei ist die Umrandung mit Pflanzsteinen etwa 50 cm hoch….für einen Dackel offensichtlich kein Hindernis. Zum Glück hatte ich die Missetat zeitnah entdeckt, so dass sich die Verletzungen der Schildkröten als minimal erwiesen. Daraufhin erhöhten wir die Einfriedung um weitere 50 cm mit Drahtgitter und Pfosten. Ich wähnte nun meine Schildkröten in Sicherheit vor unserem „Kampf“-Dackel, musste jedoch ein paar Tage später feststellen, dass auch diese Sicherung kein Hindernis für Resi darstellte. Diesmal hatte sie ganze Arbeit bei einem Thh-Weibchen geleistet, diese auf den Rücken gedreht und fast alle Hornplatten des Plastrons abgezogen.

Nach 4 Monaten teilweise Regeneration der Hornschild


Die Knochenplatten lagen frei, die großflächige Wunde blutete und nässte und erforderte einen sofortigen Besuch bei meinem Reptilientierarzt, Frank Mittenzwei. Um zu verhindern, dass die Schildkröte in den nächsten Wochen beim Umherlaufen immer auf dieser Wunde herumrutschte, wurde sie von Frank Mittenzwei „höhergelegt“, indem 2 Kunststoffröhrchen als Abstandshalter mit einem Spezialkleber (für Pferdehufe) auf das Plastron geklebt wurden. Natürlich musste das Tier in dieser Zeit möglichst steril auf Zeitungspapier im Haus gehalten und die Wunde gesäubert und mit Bataisodona-Salbe versorgt werden, bis die Wunde abgeheilt war und die Röhrchen entfernt werden konnten.
Im Juli, nach 4 Monaten, sieht man jetzt bereits die erstaunlich schnelle Regeneration der Hornschilder sogar schon wieder mit Pigmentbildung.

Die Übeltäterin mit unschuldigem „Dackelblick“

Ach ja, wir haben seitdem einen Elektrozaun um unsere Schildkrötengehege (sehr ungern), nun hat auch Resi ihre Versuche aufgegeben.

Text und Fotos: Ricarda Schramm. Alle Rechte bei der Autorin

4 Kommentare


  1. Hallo wir haben leider nur ein kleines Grundstück von 120 qm. Deshalb ist unser
    Außengehege nur 8 qm gross. Wir haben betonplatten darunter…gegen Besucher die
    von unten kommen. Betonplatten ringsrum und mit Holzlatten und Maschendraht
    Gestelle für oben drauf…aber wir haben Katzen. Und für die haben wir einen ausbruchsicheren 2,20 m hohen Zaun mit 40 cm Schräge bauen lassen. Da unser
    Grundstück auch schmall ist haben wir Wimpelgirlanden hängen und einen grossen Baum.
    Unten haben wir einen Sichtschutz eingefädelt denn unser Zaun besteht auf Doppelstab-
    matten. Damit sind die Katzen und auch die Schildis gegen Zugriffe mit Händen
    von auuußen auch geschützt. So können unsere Schildkröten den ganzen Tag im Garten
    rum maschieren und auch das Haus betreten. Ich möchte nämlich auch nicht gern
    vergiftete Katzen oder überfahrene oder misshandelte Tiere und ich muss auch nicht den
    Türsteher spielen und zittern wer abends heim kommt. Und den Vorteil dürfen unsere
    2 Schildkröten mitnutzen. Und unsere Katzen sind auch sehr respektvoll.


  2. Ich denke, dass man es seinem eigenen Hund schon abgewöhnen kann, ins Schildkrötengehege zu steigen und die Tiere zu belästigen oder gar zu verletzen, sofern man bei der Hundeerziehung konsequent genug vorgeht. Unsere 50 kg schwere Alano-Hündin Gina, hatte, als wir sie mit zwei Jahren Alter bekamen, zunächst ebenfalls großes „Interesse“ an meinen Landschildkröten, deren Gehegebegrenzung nur 25-30 cm hoch ist. Doch sie hat es bereits nach wenigen Tagen akzeptiert, dass sie im Gehege nichts zu suchen hat und hat seitdem auch jegliches Interesse an den Landschildkröten verloren. Dabei jagt sie jeder Katze und jeder Maus nach und macht nicht einmal vor einem Igel halt.
    Die Gefahr geht in unserem Fall nur von fremden Hunden aus, die mit ihren Besitzern zu uns kommen. Hier gilt es, nach wie vor gut aufzupassen.


  3. Im Bekanntenkreis gibt es leider einige solche Vorfälle, die aber bis auf einen glimpflich ausgegangen sind. 2 Jungtiere wurden von einem „Zäsar“ bis auf wenige Reststücken aufgefressen. Unser Sohn hatte einen welsh corgi, der jeden tag ins Schildkröten gehege gehüpft ist um diese zu „zählen“. wenn er eine fand, dann hat er gebellt und solange gesucht bis er alle 4 stück begrüßt hatte. halt ein tägliches ritual. heinz


  4. Leider gibt es keine 100%ige Sicherheit für unsere Schildkröten – weder vor Hunden, Mardern, Ratten, Krähen etc. und sogar Eichhörnchen!
    Leider haben auch meine Schildkröten seit meiner Haltung 1957 auch manche schlechte Erfahrung machen müssen.
    Jetzt sind all unsere Gehege auch nach oben gesichert.
    Petra Kösterke

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