Zwei Schildkröten gerettet, eine tot geborgen

Grundschüler und Touristen verfolgten die Freilassung der Schildkröten.

Rund 60 Grundschulkinder aus der Region Costa Calma begleiteten Anfang Dezember zwei Meeresschildkröten auf ihrem Weg zurück ins Meer. Außer den Kindern verfolgten zahlreiche interessierte und schaulustige Touristen diese von der Abteilung für Umwelterziehung Fuerteventuras organisierte Aktion.
Die zwei ausgewachsenen Karettschildkröten waren im September von Fischern aufgefunden und in die Guardería de Tortugas, einer speziellen Einrichtung zur Pflege verletzter Schildkröten, in Morro Jable gebracht worden. „Eines der Tiere war in Corrajlejo mit einer verletzten Flosse gestrandet und da das Gewebe abgestorben war, ließ sich eine Amputation nicht vermeiden. Die andere Schildkröte wurde vor der Küste Cofetes gesichtet. Ein Angelhaken hatte sich in ihrer Speiseröhre verfangen und obwohl der Haken chirurgisch nicht entfernt werden konnte, ist sie jetzt wieder ganz gesund“, erklärte Umwelträtin Natalia Évora.
Die Umwelträtin bedankte sich für die Zusammenarbeit aller an der Rettungsaktion beteiligten Bürger, vor allem bei den Fischern. „Sie sind es, die uns über verletzte Tiere informieren und sich darum kümmern, dass die Tiere medizinische versorgt und behandelt werden.“
Nur zwei Tage nach der Freilassung der beiden Karettschildkröten wurde der Kadaver einer 150 Kilo schweren Lederschildkröte (Dermochelys coriácea) vor der Küste Las Playitas geborgen. Das 1,7 Meter lange Tier konnte nur mit Hilfe mehrerer Helfer aus dem Wasser geschafft werden. Der Kadaver wurde zur Feststellung der Todesursache in das biologische Untersuchungszentrum von La Oliva gebracht.

Hintergrundinformation:

Ausgewachsene Exemplare der Lederschildkröte erreichen eine Panzerlänge von bis zu 2,5 Metern und ein Gewicht von bis zu 700 Kilo. Sie besitzen keinen typischen Rückenpanzer, sondern sind durch eine ledrige Haut geschützt. Lederschildkröten kommen in tropischen und subtropischen Gewässern vor und können auch in kühlem Wasser leben. Über das Jahr legen diese Reptilien Tausende Kilometer zurück, wenn sie von kühleren in gemäßigtere Gewässer emigrieren. Durch derartige Migrationsströme gelangen Exemplare auch an die Küsten der Kanarischen Inseln .
Die Lederschildkröte zählt zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Der Bestand der Art ist durch die Verschmutzung der Meere und durch Unfälle mit Schiffen in den letzten Jahren weltweit drastisch geschrumpft. Laut einem Bericht der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) aus dem Jahr 2009 für die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen gehört sie außerdem zu einer durch die globale Erwärmung am stärksten bedrohte Tierart.

Quelle: kanarenexpress

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wenn Sie einen Kommentar hinterlassen, speichert das System automatisch folgende Daten: Ihren Namen oder Ihr Pseudonym (Pflichtangabe / wird veröffentlicht)

1. Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtangabe / wird nicht veröffentlicht)
2. Ihre IP (Die IP wird nach 60 Tagen automatisch gelöscht)
3. Datum und Uhrzeit des abgegebenen Kommentars
4. Eine Website (freiwillige Angabe)
5. Ihren Kommentartext und dort enthaltene personenbezogene Daten

Achtung: Mit Absenden des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass alle eingegebenen Daten und die IP-Adresse nur zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden. Weitere Informationen zu Akismet und Widerrufsmöglichkeiten.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.