Besondere Gehegepflanzen (17) – Wiesen-Storchschnabel Geranium pratense

Wiesen-Storchschnabel im Frühjahr

Eine in unseren klimatischen Breiten heimische und auch für den Betrachter sehr attraktive Pflanze für unsere Schildkröten-Gehege ist der Wiesen-Storchschnabel, Geranium pratense.
Im zeitigen Frühjahr beginnt die Pflanze sehr früh auszutreiben. Die aus der Starre erwachten Schildkröten lassen sich gerne die frischen, zarten Triebe schmecken.
Später bildet der Wiesen-Storchschnabel einen großen, buschigen Pflanzen-Horst mit, wie ich finde, wunderschönen, leuchtend hellblauen Blüten. In diesem Stadium im Frühsommer und Sommer steht den Schildkröten eine reiche Auswahl an Futterpflanzen zur Verfügung. Am Wiesen-Storchschnabel wird nun höchstens noch

Wiesen-Storchschnabel in voller Blüte

einmal gelegentlich genascht, zumal Blüten und Blätter nun für Schildkröten unerreichbar hoch gewachsen sind. Dadurch besteht auch nicht die Gefahr, dass die Pflanze als solche durch die Schildkröten ganz vernichtet wird.

Im Hochsommer ist der Platz unter den Storchschnabel-Büschen bei meinen Schildkröten höchst beliebt, um im Halbschatten mit Sonnenflecken zu dösen. Sie haben bereits regelrechte Mulden und Höhlen darunter gegraben.

Suchbild: Entdecken Sie die Schildkröte?

Auch im Herbst ist der Wiesen-Storchschnabel noch attraktiv, wenn sich seine Blätter rötlich färben.
Wiesen-Storchschnabel kann man entweder aus Samen ziehen, in gut sortierten Gärtnereien als Pflanze kaufen oder mit Einverständnis des Eigentümers aus einer Wiese ausstechen und in die Gehege pflanzen – wie ich es getan habe.

Steckbrief:
Familie: Storchschnabelgewächse Geraniaceae
Volksmund: Storchenschnabel, Geranium, Hahnenblume

Auflösung des Suchbildes

Blüten: Viele intensiv hellblaue bis violette Büten, sehr selten weiß, paarweise gestielt an aufrechten Blütenstielen, 2,5 – 4 cm.
Blätter: Große gestielte Laubblätter, gegenständig, tief handförmig siebenspaltig, Abschnitte gefiedert, tief gesägt. Blattspreite richtet sich nach dem Licht.
Pflanze: Ausdauernde krautige, buschige Halbrosetten-Pflanze, aufrechte, reich verzweigte Stängel, kräftiger Wurzelstock, Wuchshöhe 20 – 80 cm. Ganze Pflanze abstehend drüsig behaart, ätherische Öle. Typische, schnabelartig verlängerte Spaltfrüchte (Name).
Fundorte: Bevorzugt mäßig feuchte, nährstoffreiche, kalkhaltige Standorte, sonnig bis halbschattig.
Wiesen, Weiden, Wegränder, Gärten.
Bemerkungen: Die Storchschnäbel sind eine sehr artenreiche Gattung. Viele Arten besiedeln auch die mediterranen Habitate der Schildkröten und stehen auch dort auf deren Speiseplan.
Bereits im sehr zeitigen Frühjahr beginnt der Wiesen-Storchschnabel wieder auszutreiben und steht den Schildkröten direkt nach der Winterstarre als Futter zur Verfügung. Blühende und abgeblühte Pflanzen werden weniger angenommen. Der buschige Wiesen-Storchschnabel ist auch eine sehr attraktive, ausdauernde Gehegepflanze.

Großer Busch des Wiesen-Storchschnabels in einer naturbelassenen Wiese

Text und Fotos: Ricarda Schramm. Alle Rechte bei der Autorin

Literatur:
SCHRAMM, R. (2013): Landschildkröten-Futterpflanzen. Tartaruga-Verlag, Grebenhain
www.tartaruga-verlag.de

 

Blüte

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