Auszug aus dem aktuellen Newsletter der Münchner Reptilienauffangstation:

Wer in den nächsten Tagen den Alpenzoo Innsbruck besucht, kann in einer Reptilien-Sonderschau einige Schildkröten sehen, die teilweise auch aus dem Bestand der Auffangstation für Reptilien, München stammen. So kann man eine Geierschildkröte beim „Angeln“ und eine Schnappschildkröte in Lauerstellung beobachten. Die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Alpenzoo Innsbruck wurde so noch intensiviert…

Im Mai musste die Station erneut 100 Reptilien aufnehmen.
Die größten Gesellen, mit 50cm Panzerlänge, sind 3 Spornschildkröten, die der Besitzer … leider aus privaten Gründen abgeben musste. Glücklicherweise konnten wir die größeren Räumlichkeiten im Tierheim Riem kurzfristig umgestalten, so dass die drei gut untergebracht werden konnten. Noch erfreulicher ist, dass wir die drei wohl schon nächste Woche weitervermitteln können und sie somit recht schnell wieder in ein großzügiges, Spornschildkröten gerechtes neues Zuhause umsiedeln können. Diese größte kontinentale Schildkrötenart der Welt braucht große Weideflächen, beheizte Winterquartiere und sehr stabile Unterkünfte! Dies wird leider bei der Anschaffung der niedlichen Babys oft vergessen. So bekommen wir regelmäßig Anfragen von verzweifelten Haltern, die ihre „zu groß gewordenen“ Schildkröten abgeben wollen. Leider sind wir allerdings räumlich kaum dafür ausgerichtet, große Spornschildkröten längerfristig unterzubringen.

Einen kompletten Bestand von Landschildkröten mussten wir von einem Witwer übernehmen, der die Tiere seiner verstorbenen Ehefrau leider nicht weiter versorgen konnte. Die 24 Landschildkröten sind leider wie so oft fast ausschließlich männlich. Nur die Mutter, welche wohl seit mehreren Jahren jährlich Gelege produziert hat, ist als einzige weibliche Landschildkröte im Bestand gewesen. Somit haben wir erneut das Problem, die überzähligen männlichen Tiere zu vermitteln. Für das Weibchen, werden wir sicherlich schnell einen guten Platz finden. Zumal die Tiere gültige Herkunftsnachweise besitzen und somit ohne großen Aufwand vermittelt werden können.

Zwei Nachbarn und Freunde eines kürzlich verstorbenen Mannes brachten uns drei Landschildkröten, die seit Jahren in einer reinen Wohnungshaltung gepflegt wurden. Vor dem Tod hatte er die Überbringer noch beauftragt, sich um die Tiere zu kümmern. Leider sind die Pantherschildkröte, die Griechische Landschildkröte und die Russische Landschildkröte durch die falsche Haltung so stark erkrankt, dass wir eines der Tiere sogar euthanasieren mussten. Die anderen zwei werden nun intensiv tiermedizinisch versorgt und behandelt, so dass sie nach langer Genesungsphase weiter vermittelt werden können. Immer wieder leiden Reptilien jahrelang unter der falschen Haltung. Die Halter merken oft nicht welche Qualen sie den Tieren antun, da die Reptilien stumm ihre Schmerzen „ertragen“. Wir hoffen aber auch für diese Schildkröten, denen man ihr Martyrium ansieht, schlussendlich Interessenten zu finden.

Anders der Fall von zwei Rotwangenschmuckschildkröten. Die Besitzerin wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen, die Kaninchen ins Tierheim zur vorübergehenden Unterbringung gebracht. Um die noch vorhandenen Schildkröten kümmerte sich die Behörde nicht! Aufmerksame Nachbarn versuchten die Tiere dann an uns abzugeben, was aus juristischen Gründen nicht möglich ist. Nach mehreren Telefonaten wurden die Schildkröten dann über den TSchV München an uns weitergegeben und werden nun für die Behörde, die sich eigentlich gleich um ALLE Tiere hätte kümmern müssen, verwahrt. Leider passiert es immer wieder, dass Reptilien bei solchen Aktionen „vergessen“ werden….

Ein großes Dankeschön möchten wir … an den Schildkrötenzoo Wiesen in Österreich schicken. Der Zoo, der direkt an der schönen Donau liegt, hat uns vor einigen Wochen kontaktiert und angeboten, einige unserer Tiere zu übernehmen. Und Anfang Mai war es endlich soweit: wir konnten eine Gruppe von gut 10 männlichen Griechischen Landschildkröten sowie einige juvenile Tiere, eine Gruppe Breitrandschildkröten und einen großen männlichen Grünen Leguan vermitteln. Außerdem wurden vom Zoo noch unsere Gruppe herpespositiver Maurischer Landschildkröten übernommen, die in einem eigenen Gehege getrennt vom restlichen Bestand gehalten werden können. Hiermit senden wir nochmals ein herzliches „Vergelt´s Gott“ ins Nachbarland.

Gleich 21 Schmuckschildkröten konnten wir in ein geschütztes und ausbruchsicheres umzäuntes Biotop in der Nähe von Dorfen vermitteln. Die überwiegend sehr großen Rotwangen- und Gelbwangenschmuckschildkörten werden dort vorzügliche Bedingungen vorfinden und hervorragend betreut. Wir freuen uns aber nicht nur über einzelne Abgaben von großen Stückzahlen, sondern konnten im Mai insgesamt über 40 Schmuckschildkröten einzeln oder in Kleingruppen vermitteln.

Kontakt:
Auffangstation für Reptilien, München e.V.
Kaulbachstr. 37
80539 München
info@reptilienauffangstation.de

Quelle: http://www.reptilienauffangstation.de/index.html Über die Website kann der Newsletter in voller Länge gelesen und abonniert werden.

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