THB oder THH? – Oder ist das nicht so wichtig?

Griechische Landschildkröten – Unterarten

Seit zwei Jahren halten meine Frau und ich mit großem Engagement 4 Griechische Landschildkröten und wir glauben, dabei nicht allzu viel falsch zu machen. Wir haben die neuesten Erkenntnisse der Schildkrötenhaltung ohne Rücksicht auf Kosten und Aufwand umgesetzt. Die Tiere sind vital, fühlen sich sichtlich wohl und entwickeln sich so, wie es sich für gesunde Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung gehört.
Einige Zeit nach der Anschaffung haben wir uns schließlich etwas intensiver mit der Biologie und der biologischen Systematik der Schildkröten befasst. Bei der Betrachtung unserer Zöglinge gab uns nun ein Aspekt zu denken:
Eine unserer THBs (Testudo hermanni boettgeri, auch „Ostrasse“) ist vermutlich nicht reinrassig, obwohl wir die Gruppe als 1-jährige Tiere bei einer seriösen und fachkundigen Züchterin vor Ort erworben haben. Laut Papieren handelt es sich bei allen vieren um THBs:

 

 

Jedoch gibt es bei einem Tier einige Merkmale, die auf eine Mischform (das Wort „Bastard“ vermeide ich bewusst, das gefällt mir nicht) hinweisen:

 

 

 
• Die Mittelnaht zwischen den Brustschilden am Plastron ist geringfügig kürzer als die zwischen den Beinschilden


• Es gibt durchgängige schwarze Bänder statt einzelner schwarzer Flecken am Plastron
• der Carapax ist hochgewölbt, insgesamt weist er eine viel dunklere Zeichnung auf als die der 3 anderen Tiere
All das deutet auf ein Vorhandensein von THH-Genen (Testudo hermanni hermanni, auch „Westrasse“), also auf eine Vermischung mit einer anderen Unterart hin.
Das Tier wächst außerdem viel schneller als die anderen (bei identischer Haltung) und ist zudem aktiver, was gemäß Beschreibungen aus Fachkreisen ebenfalls auf eine Hybridisierung hinweist. Die „kleine Schwarze“ ist heute die größte, schwerste und kräftigste Schildkröte der ganzen Gruppe.
Auch das Verhalten der Schildkröte weicht ein wenig von dem der anderen ab: Sie ist meist die erste, die morgens aufwacht und die letzte, die abends „ins Bett geht“. Wenn man zusätzliches Futter ins Gehege legt, ist sie immer die schnellste, die es findet. Wir haben den Eindruck, dass ihre Aufmerksamkeit sofort ansteigt, sobald jemand vor dem Gehege auftaucht. Die restlichen drei Artgenossen bleiben eher gelassen.
Es liegt mir und meiner Frau nun sehr fern, die „verdächtige“ Schildkröte von den anderen zu separieren oder das Tier gar bei der Züchterin zu reklamieren und umzutauschen. Die aufgeweckte Schildkröte wird auf jeden Fall in der Gruppe bleiben, das ist Beschluss. Ein Fragezeichen tut sich jedoch auf, wenn die Tiere geschlechtsreif werden und die Gefahr besteht, dass sich unsere Hybridschildkröte (ob m oder w, das wissen wir heute noch nicht) fortpflanzen will. Die in der Literatur (z.B. Wegehaupt) beschriebenen Aspekte zur Reinhaltung von Art und Rasse (diese Terminologie hat einen furchtbaren Beigeschmack, trifft in diesem Fall aber trotzdem den Kern) sind für uns teilweise nachvollziehbar, aber nicht unbedingt realisierbar. Wir wollen keine Massenzucht von Griechischen Landschildkröten in unserem Garten veranstalten. Aber Paarung und Eiablage gehören doch zu einem natürlichen Schildkrötenleben dazu. Und der Mensch freut sich, wenn mit seiner Unterstützung aus den Eiern schließlich kleine Baby-Schildkröten schlüpfen und sich ein neuer Lebenszyklus daraus ergibt.
Insofern sind wir momentan unschlüssig, wie wir zu gegebener Zeit damit umgehen wollen und was wir überhaupt tun können, um die Fortpflanzung des Hybriden oder der Hybridin ggf. zu vermeiden.
Ich habe mir anlässlich dieses Problems einige weiterführende Gedanken gemacht, die ich hier gerne schildern möchte:
Ist die von vielen Schildkrötenzüchtern geforderte Einhaltung der reinrassigen Vermehrung wirklich sinnvoll (eine ketzerische Frage, ich weiß)?
Wenn ich die Frage selbst beantworten müsste: Eher nein als ja.

Ja, sofern der Zweck der Schildkrötenhaltung in einem „Arche-Noah-Prinzip“ bestünde, also in der Rettung der Art vor dem Aussterben. Und falls aus den Beständen der Schildkrötenhalter und -züchter zu gegebener Zeit natürliche Populationen in den ursprünglichen Habitaten gestützt oder erneuert werden könnten. Eine solche Auswilderung von Tieren aus unseren Halter- und Züchterbeständen wird aus nachvollziehbaren Gründen allerdings niemals erfolgreich sein und muss leider ausgeschlossen werden. Es ist also davon auszugehen, dass eine „mitteleuropäische“ Landschildkröte niemals in das südeuropäische Ursprungs-Habitat ihrer Vorfahren zurückkehren wird.
Die Ausprägung der Art- und Rassenmerkmale eines jeden Lebewesens ist jedoch zwingend mit den spezifischen Lebensbedingungen im Habitat verknüpft. Jedes einzelne Merkmal wurde vom Prozess der Evolution über lange Zeiträume und mit schmerzlichen Verlusten exakt auf den Lebensraum hin „designt“ (Entschuldigung, wieder eine unglückliche Vokabel; lt. Duden aber zulässig). In einem ausgeglichenen, stabilen und natürlichen Zustand passen das Lebewesen und sein Lebensraum zueinander wie der Schlüssel zum Schloss. Wenn unsere Schützlinge oder deren Nachfahren ihren ursprünglichen mediterranen Lebensraum jedoch nie wieder sehen werden – oder noch schlimmer, wenn dieser Lebensraum in einigen Jahren überhaupt nicht mehr existieren wird – , welchen Sinn hat dann noch die Reinrassigkeit einer Züchterpopulation?
Gegen das kompromisslose Streben nach einer reinrassigen Schildkrötenzucht spricht außerdem folgender evolutionsbiologischer Ansatz: Auch die Vermehrung in Menschenobhut unterliegt unvermeidlich dem Evolutionsprinzip. Die Tiere sind zwangsläufig in jeder neuen Generation mit neuen Mutationen in unterschiedlichster Ausprägung ausgestattet. Während der unbarmherzige Selektionsdruck in der natürlichen Umgebung die in den Genen manifestierten, phänotypischen Merkmale immer wieder „nachschärft“ und weniger gut angepasste Exemplare „herausfiltert“, bleiben bei Populationen in Menschenobhut auch geringfügige Mutationen erhalten. Trotz vorbildlich praktizierter Rassenhygiene des Züchters.

Beispiel: Ein Züchter wird niemals ein Exemplar, das ansonsten vollkommen gesund und normal ist, aussortieren, nur weil dessen natürliches Rückzugsverhalten bei einem plötzlichen Schattenwurf infolge einer geringfügigen, zufälligen genetischen Mutation etwas weniger ausgeprägt ist als bei seinen Artgenossen. Die Natur würde es dagegen tun: Das selbe Tier, würde es im natürlichen Habitat leben, würde vom Adler gefressen. Seine Gene hätten keine Chance, weitere Generationen zu überdauern. Nur die Exemplare mit dem originären (oder gar einem verbesserten) Rückzugsreflex würden dort überleben und sich erfolgreich fortpflanzen können. In der Züchterpopulation würde dieses wichtige Verhaltensmuster mangels entsprechender Selektion nach 10 oder 20 Schildkrötengenerationen vollständig verloren gegangen sein.
Das Gleiche gilt selbstverständlich nicht nur für Verhaltensweisen, sondern auch für Gestaltmerkmale der jeweiligen Rasse. Veränderungen bei Größe, Form, Farbe und Zeichnung der jeweiligen Rasse unterliegen den selben Pinzipien.
Die meisten Mutanten des Züchters werden im Gegensatz dazu an der Erzeugung weiterer Generationen beteiligt sein und ihre mutierten Gene weiterreichen, die in der Folge immer noch ein wenig weiter mutieren werden. Die primären Rassenmerkmale haben bei Nachzuchten keine Chance mehr, positiv hervorzustechen und sich bei der Vermehrung bevorzugt durchzusetzen. In der Folge würden über mehrere Generationen hinweg die ursprünglichen Rassenmerkmale immer weiter „verwässert“ und schließlich abhanden kommen. Man kann sich sogar vorstellen, dass in Gefangenschaft eine Selektion erfolgt, die in die falsche Richtung läuft – beispielsweise durch die Separation von besonders aggressiven Schildkröten-Männchen. Diese werden häufig aus den Zuchtgruppen entfernt, um die anderen Tiere nicht zu gefährden, wohingegen sie in Freiheit tendenziell sogar die besseren Überlebens- und Fortpflanzungschancen hätten.
Ich frage mich, wie die mitteleuropäischen Nachzucht-Schildkröten in ferner Zukunft aussehen werden. Werden z.B. die THBs aus konsequent reinrassiger Zucht im Jahr 2050 mit den heute frei lebenden THBs überhaupt noch mehr Ähnlichkeit haben als eine heutige THH mit einer heutigen THB? Ich glaube: Nein. Wenn jemand anderer Meinung ist, darf er nicht den Fehler machen und von der Evolution hoch entwickelter Säugetiere ausgehen: Hier läuft die Evolution vergleichsweise in Zeitlupe ab. Die Mutationsraten sind sehr viel geringer, die Vermehrungsraten auch. Die Artmerkmale sind deshalb viel beständiger, die Evolution läuft stark gebremst ab. Einfachere Lebewesen, wie die Reptilien, sind dagegen „experimentierfreudiger“ und verschwenderischer. Dem Selektionsprozess als Teil der Evolution müsste in der Schildkröten-Nachzucht deshalb eine viel höhere Bedeutung zugemessen werden – sofern die Reinhaltung von Art und Rasse wirklich ein primäres Ziel sein soll.
Aber will das jemand wirklich? Das hieße ja in letzter Konsequenz, dass ein großer Anteil des Schildkrötennachwuchses, der nach großer Mühe aus dem Inkubator gekrabbelt ist, sterilisiert oder getötet werden müsste, sobald winzig kleine Abweichungen von der Norm erkennbar sind. Ein schrecklicher Gedanke! Wer zu solchem Handeln in der Lage wäre und meint, als künstlicher Selektierer wirken zu müssen, sollte sich am besten überhaupt nicht mit den netten Tieren beschäftigen, sondern sich ein anderes Hobby suchen.
Das heißt aber auch: Ein Schildkrötenzüchter, dessen Bestreben es ist, Unterart und Rasse seiner Zöglinge möglichst im Ursprungszustand zu erhalten, wird auf lange Sicht nicht erfolgreich sein.

Fazit: In der Frage der Reinrassigkeit bei der Schildkrötenzucht sind m.E.
a) Sinn und Zweck fragwürdig und
b) die langfristigen Erfolgsaussichten zweifelhaft.

Die in Fachkreisen gestellten strengen Forderungen nach rassenreiner Vermehrung sollten überdacht und relativiert werden. Ich möchte selbst auch keine bunten Mischungen aus allen Schildkrötenarten, die sich theoretisch verpaaren lassen – das wäre sicher falsch. Aber verschiedene Rassen oder Unterarten zu mischen (zumal es auch in der Natur vorkommen kann) – das läge im Rahmen meiner persönlichen Vorstellung.
Vielleicht wird es einmal, bei fortschreitender Klimaerwärmung, einigen ausgebüxten Griechischen Landschildkröten gelingen, eine eigene, frei lebende Population nördlich der Alpen zu bilden und sich schließlich zu einer ganz neuen Art zu entwickeln. Dann wären o.g. Fragestellungen sowieso überflüssig. Aber das wäre Science Fiction.

P.S.: Ich bin kein Biologe. Zu dem Thema inspiriert wurde ich durch die Lektüre dieses Buchs: „Die Schöpfungslüge – Warum Darwin Recht hat“, Richard Dawkins, übersetzt von Sebastian Vogel, Ullstein, Berlin 2010 (Originaltitel The Greatest Show on Earth: The Evidence for Evolution). Sehr Empfehlenswert.

Anmerkung: Der Autor ist dem Redaktionsteam bekannt, möchte an dieser Stelle aber namentlich nicht genannt werden. Wir kommen dem Wunsch in diesem Ausnahmefall nach, können aber direkten Kontakt zum Urheber der Zeilen herstellen, falls Bedarf bestehen sollte.

6 Kommentare


  1. Vielen Dank für die Kommentare zu meinem Aufsatz. Ich hätte mir allerdings eine sachlichere Auseinandersetzung mit meinen Fragen und Argumenten gewünscht. Stattdessen strömt mir ein fast religiös geprägter Fanatismus und unverständliche Feindlichkeit entgegen. Es würde mich schon interessieren, welche Interessen wirklich hinter der unangemessenen Emotionalität von einigen Kommentaren stecken. Schlauer geworden bin ich dadurch jedenfalls nicht.

    Nur noch einige Klarstellungen:
    – Unsere Hybridschildkröte hat ein renommierter Züchter zu verantworten, nicht ich.
    – Ich bin weder Züchter noch Händler, lediglich Halter.
    – Eventuelle Nachzuchten würden niemals unseren Garten verlassen.
    – Ich propagiere nicht, dass beliebige Hybride gezüchtet werden sollen (falls das so empfunden wird, bitte meinen Aufsatz nochmal lesen und versuchen, ihn zu verstehen).
    – Unser Hybrid war lediglich der Auslöser für die Fragestellung. Tatsächlich interessiert mich das Thema eher „global“. Schildkröten-Hybride wird es allerorten geben. Und zwar immer mehr, je mehr Menschen in die Schildkrötenhaltung und -zucht „einsteigen“. Und es gibt wirklich jährlich mehr davon. Möglicherweise wird irgendwann eine Flut von Hybriden den Markt überschwemmen (was ich auch überhaupt nicht positiv empfinde, aber nicht für ganz unwahrscheinlich halte).

    Eine Beschäftigung mit diesem Sachverhalt und eine (Neu-)Bewertung erschien mir sinnvoll. Auch wenn das Ergebnis am Ende lautet: „Hybride unbedingt vermeiden“.
    Aber dann bitte auf sachlicher Ebene und nicht mit dumpfen Beleidigungen („Betrug“, „dumm“,“unverantwortlich“,…). Das hilft niemandem weiter – am wenigsten den Schreibern der Kommentare und ihren Interessen.


  2. Ich finde diesen Artikel samt seiner Schlussfolgerung absolut unverantwortlich.
    Mit welchem Recht dürften wir derartige Eingriffe in die Schildkrötennatur durchführen und sogar wissendlich fördern. Wenn es einen natürlichen Schildkrötenmischmasch geben sollte, dann hätte die Natur dieses in den zig Tausend Jahren seit es Schildkröten gibt, sicher selbst getan und wir bräuchten uns über die verschiedenen Arten keine Gedanken mehr zu machen, sie hätten sich weg evolutioniert.
    Wie kann man auf die Gedanken kommen, NZ in Deutschland hätten andere Bedürfnisse und aus diesem Grund müssen diese NZ auch durch entsprechende Zuchtprogramme angeglichen werden. Schildkröten sind keine Hunde, die je nach Verlangen der Züchter, das ein oder andere Merkmal angezüchtet bekommen. Es käme niemand auf die Idee aus einem Wolf wieder einen Hund zu züchten. Wieso sollte man aus einem Wildtier Schildkröte, ein der Umgebung angepasstes Haustier machen wollen. Ich würde dies als absolut unverantwortlich den Schildkröten gegenüber bezeichnen. Gerade aber die Hobbyzüchter sind m.E. der reinen Arterhaltung verpflichtet.
    Ich bin nicht dafür eine Mischform zu töten oder zu separieren, aber ich bin absolut dagegen eine Fortpflanzung dieser Mischformen zu fördern oder zu erlauben. D.h. Eier sollten auf alle Fälle verworfen werden, es gibt genügend Möglichkeiten die reinen Formen zu züchten.
    Gruß Kurt


  3. Ketzerisch kann ich diesen Artikel nicht finden, nur unüberlegt, nicht recherchiert und (sorry!) dumm.
    Einen Hybrid zu halten, weil er nun mal schon da ist und auch ein Recht auf ein „artgerechtes“ Leben hat, ist etwas ganz anderes, als bewußt damit zu züchten!
    Ich finde es unverantwortlich bewußt und vorsätzlich mit Hybriden zu züchten! Meiner Meinung nach dürften für diese daraus resultierenden Nachzuchten (wenn es ein paar überlebende Tiere geben sollte) keine EU-Bescheinigungen ausgestellt werden.
    Das was Sie ansprechen ist handeln frei nach dem Motto: alles was einen Panzer hat, kann man verpaaren. Jeder, der Schildkröten hält und vermehrt, sollte sich seiner Verantwortung bewußt sein und mit ein bisschen Sachkunde weiß man, wie man sich als verantwortungsvoller Halter zu verhalten hat. Das was Sie hier in diesem Artikel ansprechen, nennt man NICHT Zucht, sondern Vermehrung ohne irgendeinen fachlichen Hintergrund. Würden diese Tiere auch noch in den Handel gebracht, ist es für mich sogar Betrug, wenn der neue Halter darüber nicht informiert ist (Papiere darf es NICHT geben)! Diese Tiere können sich in der nächsten Generation meist nicht mehr fortpflanzen und wenn, ist mit schlimmen Anomalien zu rechnen -außerdem werden die Nachzuchten von Hybriden nicht alt!
    Man kann diese Hybriden mit in der Gruppe der reinen Unterarten halten, aber die Gelege der Weibchen sind zu verwerfen!
    Das ist meine persönliche Meinung und ich hoffe sehr, dass es keine Zustimmung zu Ihren unglaublichen Ausführungen gibt.


  4. Hallo

    Bisher habe ich fast alle Artikel hier gerne gelesen. Diesesmal leider nicht. Das Wort „Rasse“ sollte im Zusammenhang mit Schildkröten sowieso nicht verwendet werden. Es sind Unterarten und Lokalformen. Der Artikel ist propagandistisch und provokativ. Ich stelle nicht in Frage, dass natürlich verschiedene Meinungen diskutiert werden sollen, aber dieser Stil gefällt mir nicht.

    Freundliche Grüße
    Dietmar Klenk


  5. Da ich nur thh halte, stellt sich bei mir die frage nicht. nur der artikel spricht mir aus dem herzen, denn soll mann/frau wirklich wenn man festzustellen „meint“ es könnte ein mischling sein, diese geschöpf in einzelhaft halten, oder sogar töten, damit es sich evtl nicht vermehren kann. wer kann schon mit 100% sicherheit sagen ob es wirklich ein mischling ist, ohne genaue genbestimmung! Kommen in der natur nicht auch mischlinge mit anderen arten vor sie in unmittelbarer nachbarschaft leben, wie zB thb und tg. einfach mal drüber nachdenken! Gruß HeNa


  6. Ein wahrlich interessante Thema, welches mich auch schon oft zum Nachdenken angeregt hat. Für die, bei uns in Gefangenschaft gehaltenen Tiere ist es mit Sicherheit völlig egal, ob sie rein- oder nicht reinerbig sind. Den Zweck, nämlich: die Liebe zur Natur, das Interesse an diesem Tier und all das, was Wildtierhaltung in Hobbykreisen mit sich bringt (und auch soll!) erfüllt ein kleiner Mischmasch allemal.
    Bei Hobbybiologen oder „Sammler“ (mit diesem Wort muss man wohl aufpassen, da es auch negativ besetzt sein kann) sieht das jedoch schon ganz anders aus. Mir, z.B. mach es unheimlich viel Freude, dass ich sogar meine thh aus der Toskana und die aus Kalabrien unterscheiden kann und entsprechend auch reinerbig nachzüchte. Dieses kleine, egoistische gute Gefühl, einen Schatz aus der Natur zu hüten und durchaus in der Lage zu sein ein ganz klein wenig wieder zurückgeben zu können, falls es jemals wirklich nötig sein sollte, ist einfach das, was mir so etwas wie einen „Kick“ gibt. Entsprechend hoffe ich auch andere, gleichgesinnte Schilkröten“züchter“ zur Reinerbigkeit zu animieren. Dem Tier selbst ist das aber, wie gesagt völlig wurst und dem Halter, der einfach nur ein paar Schildkröten im Garten halten möchte auch.
    Wo aber bleibt dann der Sinn zur Artenvielfalt? Sind es denn nicht wir, die darauf achten sollten, dass wir der Nachwelt auch die in Gefangenschaft nachgezogenen Tiere möglichst so erhalten, wie sie die Natur gemacht hat? Ist es nicht unser menschlicher Auftrag auf dieser Welt die Artenvielfalt möglichst so vielfältig zu erhalten wie wir sie vorgefunden haben?

    Dieses Tier, auf dem Foto, hat meiner Ansicht nach mehr von thh als von thb (übrigens wachsen auch bei mir die NZ von thh schneller als die von thb) und aus diesem Grund würde ich es nicht mit thb vermehren, wenn schon, dann mit thh, da sind die Merkmale deutlich ausgeprägter und in einigen Generationen wohl wieder ganz deutlich zu erkennen.

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