Ein Traum wird wahr… Ein Reisebericht zu den Galapagos-Inseln

Von Simone Fleischer

Uns stand ein Ehejubiläum bevor und da macht man sich so seine Gedanken. Statt einer großen Feier vielleicht eine Reise? Nur für uns?
Ja, eine Reise , aber wohin? Wo gibt es etwas ganz Besonderes zu erleben?
Und da war es ….Galapagos!
Warum eigentlich Galapagos?
Ich wurde schon als Kind schildkröteninfiziert, ein Nachbar brachte uns eine Schildkröte, die ihm zugelaufen war. Es war vermutlich eine russische Vierzehen (Testudo horsfieldi), die leider in den siebziger Jahren den 1.Winter im Keller nicht überlebt hat.
Mein Interesse für Schildkröten ist geblieben und im Jahr 1998 ist die erste Breitrandschildkröte (Testudo marginata) in den Garten gezogen.
Also suchten wir nach Informationen über die Inselgruppe Galapagos und begannen zu planen.
Am 03.11.2010 starteten wir von Tegel aus in Richtung Madrid. Dort gab es einen unerwarteten Zwischenstopp. Unser Weiterflug wurde gecancelt.
Was nun, wir waren etwas ratlos. Durch das Flughafenpersonal wurden wir informiert das der Flug auf
den nächsten Tag verschoben wird und wir in der Zwischenzeit in einem Hotel untergebracht werden.
Der Bus brachte uns zu dem Hotel Auditorium.
Inzwischen war es 0.30 Uhr nachts und jetzt gab es Verpflegung vom Feinsten. Alles war da, kaltes Essen, warmes Essen, Fleisch, Fisch, Salate, Kuchen, Eis, Süßes und das um diese Zeit!
Wir bekamen ein Notfallpaket zur Nacht mit Zahnbürste, Waschzeug und Schlafanzug. Wo waren eigentlich unsere Koffer?
Am nächsten Vormittag fuhren wir wieder zum Flughafen, denn nun sollte es endlich in Richtung Ecuador gehen, so dachten wir. Da standen wir nun und keiner wollte uns mitnehmen. In jedem Flieger, der in Richtung Südamerika flog, kamen nur einige Passagiere unter.
Nach 12 Stunden Flug sind wir in Guayaquil gelandet, noch einmal umgestiegen und letztendlich in Quito angekommen.
Leider ging uns so ein Urlaubstag verloren, aber endlich waren wir da. Die ersten zwei Tage verbrachten wir in der Hauptstadt Quito und haben uns dort vieles angesehen.
Die Galapagosinseln liegen etwa 1000 Kilometer vom Festland Ecuador entfernt, es gibt nicht auf jeder Insel einen Flugplatz.
Heute geht es los, wir fliegen nach Galapagos auf die Insel San Cristobal.
Wir waren überrascht von der uns unbekannten Tierwelt. Auf dieser Insel gibt es sehr viele Seelöwen, der Strand vor unserem Hotel war voll davon. Man konnte ihnen ziemlich nahe kommen, aber eben nicht anfassen. Es ist generell nicht erlaubt, die Tiere anzufassen und das finde ich auch gut so.

Abb.: Diese Bank ist besetzt


Abb.: Siesta am Strand

Hier haben wir im Galapagos Reservat Galapaguera die ersten freilebenden Riesenschildkröten zu sehen bekommen. Davon waren wir erstmal überwältigt, diese Größe! Und es gibt ganz viele, einfach nur schön das zu sehen. Ich hätte dort den ganzen Tag stehen bleiben können.


Abb.: Karge Vegetation im November


Abb.: Tiere werden für die Touristen gefüttert


Abb.: Opuntien werden trotz Stacheln gern gefressen


Abb.: Junge Riesenschildkröten am Wegesrand

Bevor wir eine Insel verlassen haben, wurde unser Gepäck nach Tiere oder Pflanzen untersucht. Es soll natürlich nichts eingeschleppt oder mitgenommen werden.

Einige Tage später fuhren wir mit einem Schnellboot und unserem Gepäck weiter zur Insel Floreana. Ich musste feststellen, Schnellboot fahren ist nichts für mich. Vorher wurden Reisetabletten angeboten, aber ich dachte was soll schon passieren? (Es ist passiert!)
Floreana ist eine sehr kleine, beschauliche Insel die unter anderem im Jahr 1932 von einer Familie Wittmer aus Köln besiedelt wurde. Dazu gibt es auch viel Interessantes im Internet zu lesen. Margret Wittmer ist im Jahr 2000 mit 95 Jahren verstorben, wir haben dort ihre Tochter kennengelernt, die auch das kleine Hotel führt. Ich schätze, es gibt gerade mal 100 Einwohner auf dieser Insel. Die Ruhe dort ist fast unheimlich, aber auch sehr schön. Abends um 8 Uhr wurde es stockdunkel, der Strom und das Wasser ist abgestellt worden. Generell ist (Süß)Wasser nicht überall vorhanden. Es gibt auch keine Schlüssel für die kleinen Zimmer, es ist alles ungewohnt einfach gehalten.
Familie Wittmer hat auch selbst eine Riesenschildkröte, die schon ganz viele Jahre bei ihnen lebt.
Das ist hier eher eine große Ausnahme Riesenschildkröten als Haustiere zu halten.

 

Abb.: Schildkröte Familie Wittmer


Auf Floreana haben wir große Meeresschildkröten im Wasser gesehen. Es gibt noch die alten Piratenhöhlen der Seefahrer und eine Süßwasserlagune zu entdecken.
Als letzte Insel besuchten wir die Insel Isabela Santa Cruz. Diesmal wieder mit dem Schnellboot, ich war ja vorgewarnt, was die Überfahrt betrifft.
Uns sind gleich die vielen Meerechsen aufgefallen, die hier überall herum liegen. Sie sehen total urzeitlich und auch gefährlich aus, sind jedoch friedlich und gar nicht scheu. Wenn sie aus dem Salzwasser kommen, wärmen sie sich in der Sonne auf. Die weiße Kruste auf ihnen ist getrocknetes Salz.


Abb.: Der Platz reicht auch für beide


Abb,: Meerechsen nach dem Bad in der Sonne


Abb.: Junge Meerechsen beim Bad in der Sonne

Abb.: Jede warme Stelle wird genutzt

Auf Isabela Santa Cruz gibt es die Schildkrötenstation Centro de Crianza, das ist eine Brutstation der Galapagos Schildkröten. Es gibt von Schildkrötenbabys bis zur ausgewachsenen Riesenschildkröte alles zu sehen, die Schildkröten werden für die spätere Auswilderung hier aufgezogen. Vom Hotel aus ist es ein schöner Spaziergang zur Station, vorbei an Lagunen mit Flamingos.


Abb.: Ein Gehege der kleinen Riesenschildkröten


Abb.: Junge Riesenschildkröten aus der Brutstation

Die Charles Darwin Forschungsstation als Informationszentrum befindet sich auch hier. Dazu gehört ein Museum, die Schildkrötenaufzuchtstation und zu dieser Zeit (Jahr 2010) noch der ,,Einsame George“. Er war das letzte überlebende Schildkrötenexemplar seiner Art und ist leider mit ca. 100 Jahren im Jahr 2012 gestorben.


Abb.: “Einsamer George“

Abb.: Ein Schlammbad für die Riesenkröten

Abb.: Frei lebende Riesenschildkröte auf Santa Cruz

Die Galapagosinseln sind einfach überwältigend in ihrer Tier und Pflanzenwelt. Wir haben noch so viele andere Tiere dort gesehen wie Blaufußtölpel, Pinguine, Rochen, Landleguane, Hammerhaie. Es gäbe noch so viel zu erzählen….. . Es kommt auch auf die Jahreszeit an, wann welche Tiere zu beobachten sind.
Ganz viele bleibende Eindrücke und Erlebnisse haben wir von dort mitgenommen.
Leider war auch zu sehen, dass es manchmal mit dem Naturschutz nicht so genau genommen wird. Da werden pompöse Hotels hin gebaut, wo vorher Tiere gelebt haben, auch hier “regiert“ wohl das Geld. Wir haben in schönen Hotels gewohnt, aber waren zum Teil auch sehr einfach untergebracht. Man muss bedenken, dass diese Inseln von viel Wasser umgeben sind und alles was gebraucht wird vom Festland (Ecquador) mitgebracht werden muss.
Ich würde mir wünschen, dass diese Ursprünglichkeit der Inseln erhalten bleibt und der Tourismus wirklich “sanft“ mit Beschränkungen weitergeführt wird.
Für uns wird es ein unvergessener Urlaub bleiben, nicht nur wegen der dort lebenden Riesenschildkröten.

Text und alle Bilder: Simone Fleischer. Alle Rechte bei der Autorin

2 Kommentare


  1. Hallo Eva,
    ich danke dir für deine netten Zeilen. Auch wenn unsere Reise schon mehr als 10 Jahre zurück liegt, sie war einfach unbeschreiblich schön. Wahrscheinlich kann das jemand der das auch so erlebt hat, besonders gut nachvollziehen und verstehen.
    Vielleicht hast du Interesse an einem weiteren Kontakt per E-Mail?
    Herzliche Grüße Simone


  2. Vielen Dank, Simone, für den Bericht von deiner Reise zu den Galapagosinseln!
    Wir waren 1988 dort.
    Es geht mir – was die Schildkröten betrifft – genau wie dir! Auch ich bin von diesen Tieren „infiziert“. Ich bin mit einer Breitrandschildkröte aufgewachsen; sie war mein einziges – ja, ich sag es ganz verschämt: mein Spielzeug! Kurz nach dem Krieg (ich bin 1947in Wien geboren) gab es ja nichts, also mußte der HANSI als Ersatz herhalten. Zum Glück bin ich aber schon sanft mit ihm umgegangen; ich hab ihn sehr geliebt. Und immerhin ist er 38 Jahre alt geworden, das war für die damalige Zeit, wo man über die Haltung dieser Tiere ja rein gar nichts wußte, doch erstaunlich lange.
    Später, als ich nach München gezogen war und geheiratet hatte, hab ich meinen Mann mit meiner Schildkrötenliebe „angesteckt“; und seit meinem 30.Geburtstag gibt es keinen Tag mehr ohne Gepanzerte.
    Bei mir entstand der Wunsch nach einer Reise nach Galapagos anläßlich eines großen Geburtstages: meines 40. So wurde auch für uns im Winter 1987 / 88 dieser Traum wahr.

    Wir waren auf den gleichen Inseln wie du, Simone, und haben – genau wie du – die endemischen Tiere der Inseln gesehen.
    Auch wir waren in der Charles Darwin Forschungs – und der Riesenschildkrötenaufzuchtstation; und auch wir haben den Lonely George gesehen.

    Alles, was du erzählst, erinnert mich an unseren wahr gewordenen, unbescheiblich schönen Traum: Das Abenteuer Galapagos!

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