Schildkröten und Pflanzen beim Staudenmarkt in Berlin

Von Dietmar Meinel

Zweimal im Jahr findet unter normalen Bedingungen im Botanischen Garten Berlin – Dahlem ein riesiger Pflanzenmarkt statt , der immer wieder tausende Pflanzenliebhaber aus dem ganzen Land anlockt. 2020 war der Frühjahrsmarkt wegen der Corona-Pandemie abgesagt, ein Grund mehr, davon erzählen, was normalerweise dort passiert:

Hunderte Gärtner aus Berlin und Brandenburg bieten dort botanische Raritäten, Gartenzubehör, Dekorationsartikel und auch „ganz normale“ Staude , Gehölze und Blumenzwiebeln an. Neben dem Einkauf bietet sich natürlich bei solchen Gelegenheiten auch ein Rundgang durch den Botanischen Garten und die Pflanzenhäuser an, wo man immer wieder Neues entdeckt und sich zu allen Jahreszeiten an Blüten erfreuen kann.

Bei jeder sich bietenden Möglichkeit gehört für mich aber auch ein Besuch bei den Schildkröten, die ich vor einigen Jahren dort in einem dicht bewachsenen Teich entdeckte, dazu. Auch wenn sie natürlich dort nicht hin gehören, erscheinen sie nach wie vor gesund und gut genährt. Wenn ich Fotos von verschiedenen Besuchen vergleiche, glaube ich sogar, dort jedes Mal „ alte Bekannte“ wieder zu sehen. Für mich ein Zeichen, dass sie sich den dortigen Bedingungen offenbar angepasst haben und auch die Winter im Schlamm der Teiche verbringen. Bei meinem letzten Besuch musste ich feststellen, dass sich die Anzahl der Tiere in den Gewässern des Botanischen Gartens mit großer Wahrscheinlichkeit weiter erhöht hatte. In einem weiteren Teich konnte ich auch zahlreiche Schildkröten beobachten  Es bleibt nur zu hoffen, dass sich in absehbarer Zeit die gesamte Problematik mit ausgesetzten Schmuckschildkröten erledigen oder zumindest stark reduzieren wird.

Da der ehemals in fast jedem Zoo-, Bau- und Gartenmarkt erhältliche billige Nachschub nicht mehr zu haben ist, bin ich zumindest vorsichtig optimistisch, dass sich die „Entsorgung“ von zu groß gewordenen Schildkröten zumindest verringern wird. Vielleicht kommt die Zeit, in der diesen schönen und interessanten Tieren endlich wieder die ihnen gebührende Aufmerksamkeit und Achtung entgegengebracht wird.

Text und alle Bilder: Dietmar Meinel. Alle Rechte beim Autor

Anmerkung: An dieser Stelle möchten wir trotz der idyllischen schönen Bilder noch einmal festhalten: Das Aussetzen von Haustieren ist ebenso wie das Aussetzen von gebietsfremden Wildtieren verboten und wird – wenn man dabei erwischt wird – empfindlich bestraft. Und das zu Recht.
Es mag den Augenschein haben, dass sich amerikanische Schmuckschildkröten in den heimischen Gewässern wohl fühlen und es ihnen gut geht, wenn man sie beim Sonnenbaden beobachtet. Das ist allerdings nicht so.
In Seen und Teichen in Zoos kümmern sich Tierpfleger um die Schildkröten, in Botanischen Gärten wird diese zusätzliche Arbeit vom Personal mit übernommen. Dort werden sie in aller Regel geduldet, weil sie auch eine zusätzliche Attraktion für die Besucher darstellen. Schildkröten (wie auch Aquarienfische) gehören dort aber eigentlich nicht hin. Es dient weder dem Wohl der Tiere noch dem der Anlagen, wenn verantwortungslose Tierhalter einfach ihre Lieblinge, derer sie überdrüssig geworden sind, sich dieser auf diese Art entledigen.
Wir erwähnen das hier ausdrücklich, um mit diesen Bildern Menschen nicht noch mehr zu ermutigen, ihre Tiere heimlich in die Teiche und Seen einzusetzen.

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