Schildkröten-Menschen, eine ganz besondere Spezies

Von Michaela Volkmann

Man kennt es ja wenn man auf Menschen trifft die irgendwie ein wenig exotisch wirken, mag man manchmal den Kopf schütteln. Da gibt es Tuppertanten, Philatelisten, Trekkies, und viele mehr. Und dann gibt es die Schildkröten-Menschen, eine ganz besondere Spezies

• Was macht einen Schildkröten-Menschen aus?

Zuerst natürlich die Affinität zu Schildkröten. Dabei spielt es keine Rolle ob diese Schildkröten Wasser-Land oder Tropenarten sind. Ein Schildkröten-Mensch liebt diese Tiere und verwendet oft nicht nur seine Freizeit darauf, sondern macht daraus eine Lebensaufgabe.

• Woran erkennt man einen Schildkröten-Menschen?

Nun, erst einmal wirkt diese Spezies vollkommen normal, unauffällig. Das ist eine perfide Masche dieser Spezies um sich unerkannt in der Welt bewegen zu können um dann eventuell heimtückisch andere zu infizieren.
Ein Schildkröten-Mensch in der freien Natur, bewegt sich oft gebückt, sondiert und untersucht Wald und Wiese auf der Jagd nach Futter für seine Tiere. Schleppt Wurzeln und Äste durch die Gegend und macht auch keinen Halt davor in fremden Ländern den Strand zu genauestens zu analysieren auf der Suche nach Sepia.
Diese Menschen erwecken oft den Eindruck sie würden allgemeinen Gesprächen aufmerksam folgen, aber „Forscher“ haben herausgefunden das dieser scheinbar aufmerksame Blick nur vorgetäuscht ist und der Mensch gerade an Schildkröten denkt oder an Gehegeoptimierung. Äußerliche Merkmale dieser Spezies könnten Bekleidung mit vermeintlich niedlichen Schildkrötenmotiven sein, besonders infizierte Schildkröten-Menschen erkennt man schon vom weitem an ihrem Fortbewegungsmittel, wenn es mit Schildkrötenaufklebern und Sprüchen vollgepappt ist. Aber Vorsicht – die meisten sind äußerlich kaum von „normalen“ Menschen zu unterscheiden!

• Wie lebt ein Schildkröten-Mensch?

Nun, auf den ersten Blick unterscheidet sich das Habitat nicht so sehr von dem normaler Menschen. Haus, Wohnung mit Garten oder Dachterrasse…ganz unauffällig. Im Detail gestalten Schildkröten-Menschen ihren Bau aber doch anders als ein Durchschnitts Mensch. Das kann zum Beispiel der Fußmatte vor der Tür , wo einem direkt fröhlich eine Schildkröte entgegen blickt anfangen. In den Räumlichkeiten entdecken aufmerksame Besucher Schildkröten Nippes…Kaffee gibt es in Schildkötentassen, der Aschenbecher ist eine Schildkröte, statt Van Gogh prangt ein Schildkrötenposter an der Wand, Stick-Strick und Häkelwaren in Schildkrötenform zieren das Sofa. Ein Terrarium beherrscht die 5 Meter breite Wand im Wohn-oder Esszimmer, stimmungsvoll im Ägyptenlook eingerichtet.
Ein unverkennbares Zeichen für „hier lebt ein Schildkröten-Mensch“ ist die Gestaltung des Außenbereichs. Wo „normale“ Leute Gemüsebeete, Grillplätze und hübsche Blumenbeete haben, findet man bei dieser besonderen Spezies Frühbeete, Gewächshäuser, Ziermauern aus Stein, Holz, was auch immer, hinter denen tonnenweise Schotter gelagert wird der teilweise mit Netzen oder Gittern geschützt wird. Mal ehrlich, diese Schildkröten-Menschen sind schon sehr eigenartig…sie buddeln sogar bis zu einem Meter tiefe Löcher in ihren Garten, nur um diese später wieder zu zuschütten.
Manchmal, in den frühen Morgenstunden, kann ein Aufmerksamer Beobachter einen Lichtschein im Frühbeet/Gewächshaus eines Schildkröten-Menschen entdecken. Damit dieses Licht scheint, hat der Schildkröten-Mensch Stunden, Tage oder Wochen damit zugebracht sich in Elektrik fortzubilden, eine Menge Geld in technische Kleinigkeiten investiert und teilweise wahnwitzige Ideen entwickelt um diese Beleuchtung zur richtigen Zeit mit der richtigen Temperatur leuchten zu lassen.

• Einzelgänger oder Rudeltier?

Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Nachgewiesen ist lediglich das diese Spezies unregelmäßig im Rudel anzutreffen ist, offenbar zur Informationsbeschaffung und Samenerwerb (der jedoch nicht der Fortpflanzung des Schildkröten-Menschen dient!). Für diese Zusammenkünfte legt die Spezies teilweise mehrere hundert Kilometer zurück. Trifft man mal auf so ein Rudel, muss man achtsam sein, denn in Massen sind Schildkröten-Menschen schwer zu begreifen. Sie können zu Hauf bewegungslos dasitzen und Informationen zu Kalk/Calcium/Steine/Viren/Pflanzen/Verdauung…lauschen, Schildkröten Menschen sind wissbegierig. Auf der anderen Seite können sie untereinander in Plauderstimmung und aufgeregter Betriebsamkeit sein, mitteilungsbedürftig und gesellig, oft mit Fragwürdigen Humor, den nur Schildkröten Menschen verstehen.

• Paarungsverhalten

Dazu gibt es beim heutigen Stand der Forschung wenig Erkenntnisse. Wir gehen davon aus das Schildkröten Menschen sich dem Paarungsverhalten im Laufe der Evolution ihren Schildkröten angepasst haben, oder zumindest anpassen möchten.

• Soziale Kompetenzen / Empathie

Man beobachtet immer wieder das sich Schildkröten Menschen gern in sozialen Netzwerken aufhalten. Zum einen um andere „normalsterbliche“ Menschen zu infiltrieren oder zur persönlichen Belustigung. Zum anderen und das ist wohl die meist vorherrschende Begründung, um anderen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. In Fachkreisen nennt man das Klugscheißen oder auch Besserwisserei, dient aber stets immer dem Wohl der Tiere. Auffällig sind die Aktivitäten bei Spendenaktionen – Man muss wissen, um das Wohlergehen der bedrohten oder bereits erkrankten Testudo Arten, sicherzustellen, ist der Schildkröten – Mensch bereit auch mal für eine Tüte Unkrautsamen 30 Euro hinzublättern. Geht es darum einen in Not geratenen Artgenossen zu helfen, zögern Schildkröten-Menschen nicht lange und sind mit tatkräftiger Unterstützung direkt zur Stelle.

Fazit:

Der Schildkröten-Mensch ist wissbegierig, kreativ, großherzig, klug, geschickt und ein bisschen bekloppt. Sollten sie also einmal auf so einen Schildkröten-Mensch treffen freuen sie sich, genießen sie dessen Gegenwart, denn Schildkröten-Menschen sind eine ganz besondere Spezies.

Text und alle Bilder: Michaela Volkmann. Alle Rechte bei der Autorin.

3 Kommentare


  1. Jetzt fühle ich mich nicht mehr so alleine👍😂🐢🐢🐢


  2. Einfach nur klasse. Ich fühl mich endlich verstanden.


  3. Vielen Dank für diesen professionell recherchierten Beitrag.
    Ich hoffe er trägt zum Erhalt dieser schützenswerten Spezies bei.
    Man erkennt sich fast in jeder Zeile.

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