Mit der Strahlenschildkröte die Gelbkopfschildkröte abjagen – Das Schildkrötenquartett

Als ich an einem Donnerstag nach Arbeit und Sport nach Hause komme, finde ich in meinem Briefkasten einen gefütterten Umschlag und darin ein Kartenspiel: Ein Schildkröten-Quartett.
Das verwundert nicht weiter, mit Thorsten Geier, der es hergestellt hat und vertreibt, habe ich abgesprochen, das Kartenspiel auf dieser Seite vorszustellen.

Und damit gleich zum Thema und

die schlechte Nachricht zuerst:
Mit dem Schildkrötenquartett kann man keine Kartenhäuser bauen – zumindest noch nicht. Ich habe es probiert. Vergebens. Die Karten sind einfach viel zu flutschig. Wie eben alle fabrikneuen Spielkarten. So viel Geduld habe ich nicht, sie aneinanderzustellen, dass diese auch stehen bleiben. Was hätte ich mich gefreut, ein Foto von einem solchen als Aufmacher verwenden zu können. Es hat nicht sollen sein.
Aber dazu ist das Schildkröten-Quartett auch nicht gemacht worden: „Es ist zum einen spielbar als klassisches Quartett, mit dem Ziel möglichst viele 4er Arten (Quartette) zu besitzen. Zum anderen ist es ein spannendes Vergleichsspiel, um möglichst viele Karten seiner Mitspieler durch höhere Kartenwerte (z. B. Panzergröße oder Gewicht der Tiere) zu erhalten,“ so erklärt es Thorsten Geier.

Mischen – abheben lassen austeilen

Mit dem Quartett katapultiert Thorsten Geier mich weit zurück in meine Kindheit und zu dem, zu was man mit einem Quartett eigentlich macht: Spielen.  Stundenlang. Zuhause, im Bus zur Schule und auf dem ganzen Weg dorthin, denn es galt ja, dem Mitspieler möglichst viele, wenn nicht alle Karten abzuluchsen. Damals aber zierten die Kartenvorderseiten keine Schildkröten. Eher Autos, Flugzeuge, Schiffe und ja: Auch irgendwas Gepanzertes. Allerdings waren das Tiger, Panther, T34, Sherman und andere martialische Kriegsgeräte.

Jetzt könnte ich endlich mit Hilfe der Strahlenkröte meinem Mitspieler die Gelbkopfschildkröte abjagen, denn die ist deutlich schwerer. Und der andere muss die Klappschildkröte auch rausrücken. Zack: Habe ich zwei Karten mehr. Und mit der Aldabra-Riesenschildkröte kassiere ich sowieso alles ein, auch die Spornschildkröte…
Wie Sie sehen können, ich kenne mich aus mit Quartettspielen. Die Europäische Sumpfschildkröte allerdings würde ich gegen die Nordamerikanische Buchstabenschmuckschildkröte verlieren, denn diese wird bis zu 2 kg schwer , während die Europäische Schmuckschildkröte gerade mal 700g auf die Waage bringt. Egal, gönn ich den anderen den kleinen Triumph
Natürlich kann man auch das ganz klassische Quartett damit spielen, die  blauen Karten H1 bis H4 sammeln. Oder die 4 grünen D-Karten. Wenn ich Köhler-, Wald-, Fransen- und die amerikanische Erdschildkröte beisammen habe könnte ich  das gelbe Quartett und damit Südamerika ablegen. Oder eben die „H-Gruppe“. Komplett. Fertig. Gewonnen!

Entwickelt hat das Spiel Thorsten Geier in Zusammenarbeit mit vielen langjährigen Schildkrötenhaltern, den Großteil der Bilder hat der renommierte Tierfotograf Benny Trapp beigesteuert. Entstanden ist so ein tolles Geschenk für Kinder und auch für das Kind im erwachsenen Schildkrötenfreund.

Übrigens: Auch Leute, die weniger gern spielen, können es benutzen.
Dann sind es eben Lernkarten. Mischen Sie doch einfach mal das Spiel, ziehen Sie aus dem Stapel eine Karte soweit heraus, dass Sie nur das Foto sehen können und überlegen Sie, welche Art das sein könnte. Und nein: Es gilt nicht, wenn Sie wissen, dass Karte E4 die Waldbachschildkröte zeigt. Es gilt nur, wenn Sie sie erkennen. Und wenn Sie dann noch wissen, dass der lateinische Artname Glyptemys insculpta lautet, dann dürfen Sie die Karte beiseite legen. Die kenn ich. Jetzt die nächste… Wenn Sie alle 32 „drauf haben“, dann wiederholen Sie das Ganze, bis sie im Schlaf 32mal fehlerfrei hintereinander Chelonoidis denticulatus sagen können. Und auch wissen, welche Art das ist.

Auf knapp 10% der existierenden Schildkrötenarten (341 sind derzeit bekannt, dazu über 200 Unterarten) bringt es das Quartett. Es vereinigt die bekanntesten und beliebtesten Arten, eben auch viele, die die relativ häufig in Menschenhand gehalten werden. Folglich fehlen Meeresschildkröten, was ein wenig schade ist. Mit ihrem Gewicht würden sie DIE bei jedem Spiel die Gewinnerkarten sein.

Aber vielleicht gibt es ja irgendwann mal ein zweites Spiel, das sich mit dem ersten kombinieren lässt. Wenn das Erste bis dahin nicht so abgegriffen ist, dass die Karten speckig, klebrig und verknickt sind. Aber dann kann ich damit immerhin endlich ein Kartenhaus bauen. Jetzt ziehen Sie erst mal eine Karte aus meinem Fächer. Und wenn Sie nach A3 greifen wird mir das gar nicht gefallen. Denn ich sammle A. Dann werde ich eben den Daumen umso fester auf die Karten drücken. Sie merken dann schon, dass ich die nicht hergeben möchte. Eine Karte weiter vielleicht?

 

Das Schildkrötenquartett:

Inhalt: 32 Karten im Format 6×9 cm, Anleitung, Aufbewahrungsbox
Spieler: 2–5 | ab 4 Jahren
Preis: € 8,-

Bestellmöglichkeit: https://www.kleintierverlag.de/index.php/quartett.html

Text und Fotos: Lutz Prauser unter Verwendung des Schildkröten-Quartetts von Thorsten Geier mit Bildern von Benny Trapp und anderen

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