Ein Hochteich für eine Wasserschildkröte – Ein Baubericht

Von Barbara Hentschke

Vor rund 10 Jahren übernahm ich eine kleine Wasserschildkröte von einer Freundin, die das Tier in einer Zoohandlung mitgenommen hat, weil er dort wegen eines Eiterherdes am Ohr „entsorgt“ werde sollte. Nach der erfolgreichen Behandlung bei ihrem Tierarzt zog das winzig kleine Tierchen bei mir ein. Es stellte sich raus, es ist eine Graptemys pseudogeographica kohnni – eine Höckerschildkröte. In der Hoffnung, dass es ein Männchen wird bekam er den Namen Malte, was eine gute Entscheidung war, denn es wurde tatsächlich ein wunderschönes Männchen.

In diesem Frühjahr überlegte ich mir, für Malte einen Hochteich zu bauen. Da ich ja nur dieses eine kleine Männchen hatte (was sich ändern sollte, doch dazu später mehr), habe ich mich für einen Hochteich von der Firma Beckmann mit den Maßen 220x100x44 entschieden. Gute Wahl, das ist ein sehr hochwertiger Hochteich. Der Aufbau ist sehr einfach und für jeden, sogar für mich zu stemmen.

 

Der Teich wurde also erst mal aufgebaut, in Form gebracht und dann mit Folie versehen. Das war die schwierigste Aufgabe, solche dicken Folien wehren sich mit aller Macht gegen das Verlegen in einem Teich. Natürlich habe ich den Kampf gewonnen und die Folie war nach einiger Zeit mit Fluchen und Toben, mehr schlecht als recht aber dicht, im Teich befestigt.

 

Als Bodengrund habe ich mich für Spielkastensand aus dem Baumarkt entschieden.

Es wurde ein Landteil in das Becken integriert, bestehend aus einer 40x40x30er Mörtelwanne. Dieser Landteil wurde gefüllt mit normaler Gartenerde gemischt mit Sand. Der Aufbau zum Landteil wurde gefertigt. Steinplatten wurden fest und sicher verlegt, sodass sie eine perfekte Treppe bilden über die eine Wurzel erreicht werden kann, auf welcher man dann sicher auf den Landteil gelangt.

Der Landteil wurde bepflanzt, Malte ist ja ein Männchen und einen richtig perfekten Landteil braucht er ja nicht. Einige Wurzeln wurden eingebracht, die aus dem Wasser herrausragen, damit bei einem natürlichen Sonnenbad die Schildkröte komplett abtrocknen kann. Dies ist sehr wichtig, da ansonsten Nekrosen drohen. Ein umgedrehter halber Blumentopf wurde als Versteck im Wasser eingebracht. Der Teich wurde noch mit Wasserpflanzen bestückt.

Ich habe mir ein kleines Frühbeet gebaut, welches über den Landteil gestellt wurde. Hier wurde eine Steckdose verlegt, damit ich Strom für eine Lampe und auch für den Filter habe.

Gefiltert wird mit einem Hamburger Mattenfilter. Gebaut wurde er selbst. Verbaut wurde eine Pumpe von der Firma SuperFish und zwar die Aqua Power 690. Die Pumpe wurde in eine grobe Filtermatte eingewickelt und diese dann mit Kabelbindern verschlossen. Das ganze sieht aus wie ein großer blauer Bonbon, ist aber absolut effektiv bei der Filterung.

Das Wasser läuft von dem Filter durch einen Schlauch in eine Poolheizung (vidaXL Solar Poolheizung 735W Solarheizung Solarkollektor Heizung Schwimmbad) und von dort zurück in den Teich. Dort plätschert das Wasser dann auf die Oberfläche, was zum einen ein sehr schönes Geräusch ist, welches tiefenentspannt und andererseits das Wasser mit Sauerstoff versorgt.

Und dann hieß es „Wasser marsch“.

Aus Stegdoppelplatten wurde dann noch ein Schutz gebaut, welcher eine Flucht aus dem Teich unmöglich macht. Erklären kann man das schlecht, aber es ergibt sich aus den Fotos wie wir das gemacht haben. Das ganze hat etwas von einer „Klobrille“. Aber egal, Hauptsache Malte geht nicht im Gehege der Landschildkröten auf Wanderschaft.

Soweit so gut – der Teich war fertig und Malte konnte dann im Mai dort einziehen.

Die Geschichte wäre jetzt zu Ende, wenn ……..

ich nicht in die Auffangstation nach Dorsten gefahren wäre.

Dort sah ich zwei Weibchen der gleichen Unterart wie mein Malte. Ein kleineres Weibchen und ein riesig großes Weibchen. Nach langer langer Bedenkzeit (mindestens 20 Minuten, das ist für mich sehr lange), saßen die beiden Weibchen plötzlich in einer Box und fuhren mit mir nach Wuppertal.

Der Teich ist natürlich auch ausreichend groß für drei Wasserschildkröten. Aber meine schönen Wurzeln waren für das große Tier eine wunderbare Hilfe zum Rausklettern, trotz „Klobrille“, was sie auch sofort probierte. Gut, was wir alles aufheben, nie was wegwerfen. So fand ich noch ein Gitter von einem klappbaren Hasengehege. Die Teile des Gitters eigneten sich hervorragend dafür, sie über den Teich zu legen und somit dem großen Weibchen jede Fluchtmöglichkeit zu nehmen. Fort Knox ist nicht sicherer als mein Teich.

Aber: Schön ist anders!

Und somit wird es wohl im Frühjahr 2021 einen erneuten Teichbau geben. Größer, breiter, schöner und ganz anders. Ich werde auch diesen Bau in Fotos festhalten und gerne berichten, wenn er steht.

Text und alle Bilder: Barbara Hentschke. Alle Rechte bei der Autorin

www.barbaras-testudofarm.de

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