Schrittweise, feindliche Übernahme – oder: Wie aus einem Garten eine Gehege wurde (Teil 2)

Bitte beachten:
Zweiteilige Beiträge veröffentlichen wir jetzt nicht mehr im Wochenrhythmus an zwei aufeinanderfolgenden Montagen sondern im verkürzten Abstand. Der erste Teil erscheint montags, der zweite Teil dann in der gleichen Woche freitags – jeweils um 10.00 Uhr. Weiter geht es dann am darauffolgenden Montag mit einem anderen Thema.

Teil 1 lesen Sie hier.
Teil 2 lesen Sie hier.

Von Alexandra Martin:

Vor 2 Monaten ist allerdings etwas sehr merkwürdiges passiert.
Mein Mann stand in der Küche, schaute nachdenklich aus dem Fenster und sagte plötzlich die Worte, die ich nie erwartet hätte FREIWILLIG von ihm zu hören:
„ Also der Rasen sieht echt nicht mehr schön aus und die Mäherei wegen dem bisschen nervt mich auch. Da können wir es ja auch gleich alles zum Gehege machen. Sind wir mal ehrlich, früher oder später kommt das sowieso!“

Wer mich kennt weiß, ich bin selten sprachlos, aber in dem Moment wusste ich echt nichts zu sagen und wartete ehrlich gesagt darauf, dass er anfängt zu lachen, weil ich ihm so auf den Leim gegangen bin.
Es war aber wirklich sein Ernst.
Aus Angst, er könnte es sich doch noch einmal anders überlegen fing ich vorsichtshalber kurz darauf an, die Grasnarbe zu entfernen.
Hügel wurden angelegt, verstecke gebaut und von überall her wurden Pflanzen zusammen gesucht.


Da aktuell, dank Corona, weder Baumarkt noch Gärtnerei geöffnet hat, mussten wir mit dem arbeiten, was vorhanden war.
Sogar eine betonierte Wasserstelle, mit der ich schon lange geliebäugelt hatte, konnten wir verwirklichen. Einen Abfluss hat mein Mann noch in der Garage gefunden, nen alten Plastikeimer als Sickergrube hatten wir auch da und nach einigem Suchen war auch eine dicke und stabile Folie gefunden. Zement hat ein gut sortierter Haushalt anscheinend auch immer auf Vorrat und so entstand ein 120cm auf 90cm großer Badeteich für Schildkröten.


Die Tore des Natursteinhändlers meines Vertrauens, mit dem tollen gelben Split müssen gerade natürlich auch geschlossen bleiben. Nach einem netten Telefonat mit dem Chef, der sich sichtlich über meinen Anruf gefreut hat, wurde für dieses Problem allerdings schnell eine Lösung gefunden und dank Liefermöglichkeit standen bereits 3 Tage später 2 Bigpacks mit je einer Tonne Split vor dem Tor des Nachbargrundstücks.



Gestalterisch war der neue 50qm Gehegeteil nun soweit fertig aber zum Endspurt war jetzt noch einmal ordentlich Muskelkraft gefragt. 2 Tonnen Split, Eimer für Eimer über eine steile Holztreppe in unseren Garten zu schaffen bringt einen wirklich an die körperliche Belastungsgrenze.
Gestern war es dann endlich geschafft.
Der letzte Eimer wurde ausgekippt, der Split um die Pflanzen verteilt und die Abgrenzung geöffnet. Jetzt konnten wir zur Belohnung endlich die Schildkröten beim Erkunden beobachten.
Ich bin wirklich hoch zufrieden und es gefällt mir fürs Erste richtig gut. Es ist zwar alles noch ziemlich kahl, aber das ändert sich hoffentlich mit Hilfe von viel Wasser und Sonne innerhalb der nächsten Wochen.
Vergrößern ist jetzt auf diesem Grundstück definitiv nicht mehr möglich, aber langweilig wird es mir sicher nicht, dafür sorgt schon das fiese und hartnäckige Gras, dem ich gefühlt nicht einmal für einen Tag den Rücken zudrehen darf wenn ich verhindern will, dass es wieder die Herrschaft im Garten übernimmt.
Endergebnis sind nun also ungefähr 100 Quadratmeter für meine gepanzerten Freunde, mehrere Sitzbänke für mich um zu beobachten und zu genießen und wie ich meine Feststellen zu dürfen:
ziemlich zufriedene Schildkröten!

 

Text und alle Bilder: Alexandra Martin. Alle Rechte bei der Autorin

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