Auf Schildkrötensafari mit Elke Wallrapp (Folge 78)

Wir verlassen Salzburg und begeben uns in die Metropole Spaniens, nach Madrid.
Auch hier gibt es mehrere Schildkröten im öffentlichen Raum, die wir uns näher anschauen werden.
Drei davon befinden sich sehr nahe beieinander, könnten aber unterschiedlicher nicht sein.

Am östlichen Rand der Innenstadt Madrids befindet sich der circa 125 Hektar große Retiro Park (= Parque del Retiro oder kurz El Retiro), die „grüne Lunge“ der Stadt.
Der Park ist aufgrund seiner Vielseitigkeit bei Einheimischen und Touristen sehr beliebt. Er wird von mehreren Alleen durchzogen, besitzt über 15000 Bäume, mehrere Brunnen, Denkmäler und einen künstlichen See.
Gebaut wurde er ursprünglich für die Könige, bevor er 1868 in den Besitz der Stadt überging.

Für uns ist diesmal der künstliche See von besonderer Bedeutung.
Dort errichtete der Architekt José Grases Riera (1850-1918) ein Monument für den König Alfons XII von Spanien.
Da Riera vor Beendigung seines Werkes verstarb, wurde es von Teodoro Anasagasti beendet.
Dieses Monument sollte ein Nationaldenkmal werden und ist heute das Wahrzeichen des Parks. Viele einzelne Elemente ergeben ein beeindruckendes Ganzes. Der Bau dauerte insgesamt zwanzig Jahre (1902-1922) und steht für Heimat, Frieden, Freiheit und Fortschritt.

Inmitten einer halbkreisförmigen Säulenhalle befindet sich auf einem Marmorsockel das bronzene Reiterstandbild des Königs. Dieses wurde von dem Bildhauer Mariano Benlliure (1862-1947) erschaffen und hat eine Höhe von über zwanzig Meter. Viele weitere Skulpturen, ebenfalls aus Marmor und Bronze, umgeben das Reiterstandbild.

Mehr als zwanzig Künstler schufen diese Skulpturen und Verzierungen mit allegorischem Hintergrund.
Zum Beispiel wurden die Säulenfriese mit den Wappen der 49 spanischen Provinzen der damaligen Zeit geschmückt. Auch Darstellungen von Handwerksberufen sind zu sehen.

Vom Denkmal aus führen mehrere Treppen hinunter zum See. Vier große, auf Sockel stehende Steinlöwen, unterteilen diese.
Jeweils unterhalb eines Löwen, am Wasserrand, befinden sich vier nackte, sehr weiblich und anmutig dargestellte Meerjungfrauen aus Bronze, die auf unterschiedlichen wasserspeienden Meerestieren sitzen.
Und hier können wir auch unsere nächste Schildkröte bewundern.

Die erste Meerjungfrau sitzt auf einem Fisch und bürstet sich mit der rechten Hand ihr Haar aus dem Gesicht (von Antonio Coll y Pi).

Die nächste Meerjungfrau kämpft mit einem großen Lobster und schwingt dabei einen Stab, dessen Ende mit einer Meeresschnecke verziert ist (von Antonio Parera Saurina).

 

Die dritte Meerjungfrau sitzt auf einem Wassermolch und lauscht dem Rauschen einer großen Meeresschnecke (von Rafael Atché).

Die letzte und für uns interessanteste Meerjungfrau sitzt auf einer Meeresschildkröte und spielt auf einer Lyra (Chelys). Diese ist ebenfalls aus einer Schildkröte gefertigt (von Antonio Alsina y Amils).

Das gesamte Denkmal ist 30m hoch, 86m lang und 58m breit.

Text und alle Bilder: Elke Wallrapp. Alle Rechte bei der Autorin

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