Gehegeneugestaltung mit Kalkschotter (Teil 1)

Von Torsten Kiefer

Wir halten nun seit 2001 griechische Landschildkröten in einem Freigehege.
Von Anfangs ca. 9 qm sind es jetzt mittlerweile ca. 110 qm. Es hat sich also seither vieles getan in unseren Freigehegen.
Aber das ist ja auch mit das Schöne an diesem Hobby!
Man lernt (zumindest mir geht es so!) immer wieder was neues hinzu. Liest neue Informationen in Büchern oder auf Workshops und lernt Leute kennen, die nochmals andere Ansichten (vielleicht auch bessere?!) haben.
Ich kann jetzt nur von mir schreiben, aber in diesen Jahren wurde ich zum Gärtner, Maurer, Botaniker, Garten-und Landschaftsbauer und ein ganz bisserl traue ich mich auch mal an Strom!

Es gibt bei diesem Hobby eigentlich kein Stillstand. Mal gibt es hier was zu bauen, ist am ausbessern oder das Gehege wird wieder einmal erweitert. In den letzten Jahren waren es bei uns immer nur „Kleinigkeiten“ die verändert bzw. optimiert wurden.
Zwar fand ich mein Gehege so weit OK, aber so richtig zufrieden war ich dann doch nie. Ein einschneidendes Erlebnis war dann unsere Schildkrötenexkursion im Jahr 2019 auf Mallorca.

Habitat für griechische Landschildkröten (Testudo hermanni hermanni) auf Mallorca
Habitat für griechische Landschildkröten (Testudo hermanni hermanni) auf Mallorca

Mit meiner Frau Sonja und zwei lieben Schildkröntenbekannten aus dem Saarland waren wir eine Woche auf der Insel unterwegs um griechische Landschildkröten (in diesem Fall die Westrasse Testudo hermanni hermanni) in ihren Habitate zu beobachten.
Mal abgesehen von den unterschiedlichen Temperaturen zu unserem „kalten“ Hunsrück leben die Landschildkröten dort auf sehr kargem und steinigen Boden.
So sieht es (aber nicht nur! ) in vielen Habitaten von europäischen Landschildkröten aus. Während also bei uns die Tiere auf fettigen , nährstoffreichen Boden fast das ganze Jahr über reichlich an Gras bzw. Kräuter zur Verfugung haben sieht es in ihren Ursprungslebensraum eigentlich zum großen Teil ganz anders aus.

Griechische Landschildkröten (Testudo hermanni hermanni) auf Mallorca

Natürlich war mir das vorher schon bekannt, doch es mal in natura zu erleben ist dann doch wieder was ganz anderes und man fängt zu überlegen (also mir ging es so!).
Da auch meine liebe Frau Sonja schon sehr beeindruckt von den Habitaten war (Klar…von der Insel natürlich auch! ) war es nun ein leichtes sie zu überzeugen nochmals etwas Geld in die Hand zu nehmen und zumindest ansatzweise ein solches Landschaftsbild in unseren Gehegen nachzubauen.
Bei einer Größe von 110 qm bringt es dann auch wenig bis nix im Baumarkt einen BigBag yellow Sun (so heißt üblicherweise der Kalkstein in den Baumärkten) zu bestellen. Die gibt es in 500 kg oder 1000 KG und kosten dann zwischen 100,- bis 250 ,-
Meine Vorstellungen waren 12 Tonnen Kalkschotter in der Körnung 0/32 mm! Plus 1 Tonne Wasserbauschüttsteine um noch etwas zu dekorieren..:-)..
Würde ich erstens im Baumarkt in unserer Gegend so nicht bekommen (Der Yellow Sun hat eine Körnung von 8/16 mm) und zweitens wäre auch gar nicht zu bezahlen (ich gehe immer von mir aus!!).
Also machte ich mich im Internet auf die Suche und fand dann auch ein Kalksteinwerk in der Nähe von Trier.
Dort fand ich alles was ich brauchte und bestellte für den März dieses Jahres ne Ladung Kalkschotter.
Nachdem ich nun so weit alles vorbereitet hatte (Grassoden in den Gehegen entfernt) und mir das Werk anblickte, fiel mir dann auch schon den nächsten verbesserungswürdigen Punkt auf:

Strom!
Kurz zur Erklärung:
um für mein erstes Frühbeet Strom zu bekommen, hatte ich ein Erdkabel von unserer Garage bis ans Frühbeet (ca. 30 Meter) verlegt. Wie der eine oder andere auch weiß, haben wir auf unserem Grundstück noch ein selbst gemauertes Gartenhaus mit Grillstation. Auch bis dahin (ca. 50 Meter) hatte ich damals in mühseliger Arbeit Erdkabel verlegt. Angeschlossen habe ich (siehe oben!) nicht! Das tat dann mein Schwager Freddy (ist dem einen oder anderen auch noch bekannt).
In den Jahren kam nun ein Schildkrötenhaus und ein weiteres Frühbeet dazu.
Wir haben dann einfach Kabel vom ersten Frühbeet ins Schildkrötenhaus und von dort ins zweite Frühbeet verlegt.
Das war mir dann auch nicht mehr ganz geheuer, da nun doch einiges an den Kabel hingen. Und weil ich nun eh die Gehege am umgestalten war, sollte dann auch noch der Strom neu verlegt werden.
Ich also rief Freddy an, erzählte ihm, was ich gerne hätte und Freddy machte einen Plan.
An drei Tagen im März werkelten wir (also eigentlich nur Freddy, ich war nur Handlanger und guggte staunend zu!) und legten die Kabel neu. In der Garage kam nun ein Sicherungskasten mit FI-Schalter.
Von hier aus kann ich nun separat das Gartenhaus und Schildkrötengehege schalten.
Das Erdkabel zum ersten Frühbeet legten wir frei und anschließend ins gemauerte Schildkrötenhaus.
Dort hatte Freddy nun einen zweiten Sicherungskasten angebracht. Von hier aus kann ich nun einzelnen das Schildkrötenhaus und die beiden Frühbeete ansteuern. Zusätzlich habe ich hier noch eine zweier-Steckdose. Hier benutze ich nun eine der Steckdosen für eine UV-Lampe die von morgens 8 bis 12 Uhr über eine mechanische Zeitschaltuhr geschaltet wird.

Sicherungskasten im Schildkrötenhaus mit wasserdichter Box für Vorschaltgerät

Eine UV -Lampe???
Jep…ist zwar nicht nötig, aber ich habe noch so viele von unserem Innengehege für die Spaltenschildkröten übrig. UV-Lampen sollten spätestens nach einen Jahr getauscht werden, da die UV-Strahlung immer mehr nachlässt. Ich kann sie dann nicht mehr als UV-Lampe benutzen, aber als Wärmelampe sind die Dinger optimal.
Also habe ich das Vorschaltgerät in eine wasserdichte Box eingebaut und kann so nun diese Lampen zumindest als Wärmelampen weiter nutzen. Schalten kann ich sie nur über die Zeit. Würde ich sie, wie normalen Lampen, noch zusätzlich über Temperatur steuern, würde es die UV-Lampe wohl nicht mitmachen.

Anschlüsse für Thermotimer/Inkbird

Strom funktioniert alles wie gewünscht und ich bin mit dieser Lösung mehr als zufrieden.

Tage später dann rollte der LKW mit dem Schotter und den Steinen an…

Den zweiten Teil lesen Sie hier.

Text und alle Bilder: Torsten Kiefer. Alle Rechte beim Autor.

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