Überwintern zwischen der „Schwarzen Schildkröte“ in Südspanien (Teil 2)

Bitte beachten:
Zweiteilige Beiträge veröffentlichen wir jetzt nicht mehr im Wochenrhythmus an zwei aufeinanderfolgenden Montagen sondern im verkürzten Abstand. Der erste Teil erscheint montags, der zweite Teil dann in der gleichen Woche freitags – jeweils um 10.00 Uhr. Weiter geht es dann am darauffolgenden Montag mit einem anderen Thema.

Den ersten Teil Wolfgang Wegehaupts Beitrag über die „Schwarzen Schildkröten“ Südspaniens lesen Sie hier.

Von Wolfgang Wegeaupt

Der hochgewölbte Panzer ist extrem variabel gefärbt. Die Grundfarbe reicht von einem goldgelb über ein helles gelbbeige bis zu einem gelboliv. Die schwarze Fleckenzeichnung von sehr kontrastreich über ein zerrissenes, manchmal gesprenkeltes Muster bis zu sehr hellen oder dunkleren Tieren.

Der Kopf der Maurischen Schildkröte weist grundsätzlich gelbe Zeichnungen am Unterkiefer, an den Backen, der Nase und auf der Stirn auf und verleiht manchen Tieren dadurch einen lustigen harlekinähnlichen Gesichtsausdruck.

Aber auch hier gibt es Ausnahmen von fast schwarz bis rein gelb. Ebenso variabel gefärbt sind die Gliedmaßen. Auch der Plastron ist mit denselben Gelbfärbungen und einer mehr oder weniger ausgeprägten Fleckenzeichnung äußerst variabel.
Die Männchen sind mit 14 cm und einem Gewicht von 600 g relativ klein. Die Weibchen erreichen meist nur eine Größe bis 18 cm bei einem Gewicht von 1200 g.


Tortuga Mora kommt grundsätzlich nur in relativ offenen, sehr trockenen, steinig felsigen Lebensräumen mit wenig Niederschlag und einer starken Sonneneinstrahlung vor.

Die Vegetation besteht aus einem lockeren Bewuchs kleinerer, maximal mannshoher mediterraner Büsche oder den allgegenwärtigen, bis 150 cm hoch werdenden Horsten des Halfagrases (Macrochloa tenacissima).

Die Temperaturen betragen in den Habitaten bei vollsonnigem Wetter auch im Winter um die 20 Grad und mehr. Nur selten fallen diese bis auf 16 °C. Nachts werden, bis auf wenige Ausnahmen, regelmäßig über 8° C gemessen.
In eine Kältestarre können die Tiere deshalb nicht fallen. Die Schildkröten verkriechen sich lediglich während den wenigen bedeckten und den kälteren Regentagen im Wurzelwerk der Büsche.
Die Temperaturen in den Habitaten unmittelbar auf Schildkrötenhöhe haben nichts mit den in Klimatabellen angegebenen Werten zu tun. Warum das so ist, habe ich in meinen Büchern „Natürliche Haltung und Zucht der Griechischen Landschildkröte“ und „Europäische Schildkröten – Lebensraum und Lebensweise“ bereits ausführlich beschrieben.
In den Wintermonaten ist die Bodenvegetation ausgesprochen grün, sodass die Tiere dort, wie andernorts im Frühling, regelrecht im Futter stehen.


Die Populationsdichte ist in Spanien relativ gering und überschreitet in Meernähe kaum mehr als 5 Exemplare pro Hektar. An vielen Orten habe ich weit verstreut nur einzelne Exemplare gefunden. Selbst in weitläufigen Buschgebieten, etwas weiter im Landesinneren, fanden wir kaum mehr als 10 Schildkröten pro Hektar.
Die höchste Populationsdichte entdeckten wir am Rand eines bewohnten Gebietes keine 2 km Luftlinie vom Meer entfernt. Hier wurde 2004 mit der Erschließung eines 350 ha großen Baugebietes begonnen und entsprechende Erschließungsstraßen gebaut. 2008 waren etwa 100 ha mit Feriensiedlungen überbaut. Der Rest liegt seither brach. Mitten in diesem Gebiet befindet sich eingeschlossen von umlaufenden, sehr breiten Straßen, ein etwa 65 ha großes Areal, welches sich die damalige Ursprünglichkeit bis heute erhalten konnte. Es ist sicher nur eine Frage der Zeit bis auch hier Bagger anrücken.


Erfreulich ist, dass wir in allen Habitaten viele Jungtiere und auch vorjährige Schlüpflinge beobachten konnten.

Natürlich haben wir in Spanien auch Wasserschildkröten gefunden. Ein Bericht, wo wir welche Arten beobachtet haben, folgt.

Bis dahin bleibt gesund
Wolfgang Wegehaupt
Testudo-Farm.de
Facebook.com/wegehaupt.verlag

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