Bitte um Hilfe

Unter den Kommentaren unserer Seite fand sich heute eine Bitte um Hilfe. Dieser Bitte widmen wir einen eigenen Beitrag und bitten um Empfehlungen und Ratschläge (Bitte beachten: Kommentare werden einzeln und händisch freigeschaltet), das kann immer ein wenig dauern. Unangemessene Kommentare werden nicht aktiviert.

Normalerweise ist diese Seite kein klassisches Diskussionsforum, aber wir geben diese Bitte sehr gern weiter, ggf, können wir auch Helfende direkt mit dem Fragensteller vernetzen.
Dass wir dafür einen eigenen Beitrag aufmachen, hilft sicher, die Aufmerksamkeit für diese Frage deutlich zu erweitern, als Kommentar unter einem Beitrag ist es praktisch unauffindbar. Vielleicht können wir gemeinsam helfen. Wir freuen uns auf Ihre Meinungen.
Hier die Frage:

Hallo zusammen,
ich möchte hier ein Thema ansprechen, wo ich sehr ratlos bin, zumal eine meiner knapp zweijährigen testudo hermanni boettgeri Schildkröten bei der diesjährigen Hibernation verstorben ist.
Ich möchte vorausschicken, dass ich seit 12 Jahren Schildkröten halte, die jedes Jahr bei mir im Kühlschrank überwintern, so auch dieses Jahr. Ich habe also relativ viel Erfahrung, bis auf das Aufziehen von Jungschildkröten.
Folgende Eckdaten möchte ich zu der verstorbenen Schildkröte angeben. Sie wurde, wie alle Anderen auch, zum 01. Dezember 2019 bei 5-6°C eingewintert. Zweiwöchentliches Wiegen und Befeuchten des Substrats (Schildkrötenerde Floragard) und Buchenlaub ist für mich selbstverständlich. Im Übrigen habe ich die Temperaturen mittels einem Sensorpusch immer im Blick. Völlig unauffällig. In den drei Monaten hat sie 4,5g abgenommen, was bei 72g Startgewicht durchaus normal ist. Ende Februar stellte ich bei meiner Kontrolle fest, dass eine Schildkröte verstorben ist. Sie war sehr in sich eingezogen, als ob sie verhungert wäre.
Ich habe dann die Überwinterung abgebrochen, da eine weitere Schildkröte ähnlich aussah. Hier war das Startgewicht 58g und das Schlussgewicht 55g. Also 3g Verlust. Sie verhält sich auch sehr unkontrolliert und frisst und trinkt nicht. Die anderen sind putzmunter und fressen bereits wie die siebenköpfigen Raupen. Das Ende der Überwinterung habe ich am 25. Februar eingeleitet. Ich bade sie nun täglich damit sie hoffentlich etwas Wasser zu sich nimmt. In der Zeit nach der Überwinterung hat sie weitere 2g abgenommen. Der Tierarzt sagt, warm halten und täglich warm baden.

Nun zu meinen eigentlichen Fragen:

1. Meine Schildkröten nehmen bevor sie eingewintert werden immer etwas ab. Welches ist denn nun das korrekte Startgewicht, von wo aus man sagt, dass sie nicht mehr als 10% abnehmen sollen? Die Zeit des Überwinterungsbeginns, oder das Maximalgewicht, etwa 4-6 Wochen zuvor. Bei beiden Gewichten erreichen die Schildkröten die 10% nicht.
Beide Schildkröten haben eine Schildanomalie. Kann das mit ein Grund sein? Nicht zu verwechseln mit einer Panzeranomalie.

Da ich ein sehr verantwortungsvoller Tierhalter bin, bitte ich um gut gemeinte Ratschläge. In anderen Foren wird man gerne mal in der Luft zerrissen.

Noch besitze ich fünf Jungschildkröten und drei Adulte, die ich gerne noch viele Jahre betreuen möchte. Im Übrigen gibt es bei mir nur Haltung im Freigehege mit Frühbeet und der dazugehörigen Technik. Die Großen haben 40 m² und die Kleinen bekommen ab dem Frühjahr ein neues 4 m² Gehege.

Mit Freundlichen Grüßen

D.

6 Kommentare


  1. Hallo Inge,

    von der Posthibernale Anorexie habe ich noch nie gehört. Dem werde ich Mal nachgehen. Vielen Dank für den Tipp.
    Allerdings hat die Kleine auch schon 3g zugenommen. Da bin ich erst einmal froh. Ich bade sie weiter, habe sie aber noch nicht fressen gesehen. Macht sie wahrscheinlich heimlich um mich zu ärgern. 😉

    LG Dominik


  2. Hallo Gudrun,

    nein, die Kleinen wurden nicht entwurmt, da sie keine Parasiten, laut Kotprobe, gehabt haben. Wenn aber doch, wie bei meinen Großen, dann beginne ich meist im September, damit ich sie, so war immer mein Plan, sie Anfang Dezember zur Winterruhe schicken kann.


  3. Hallo, es tut mir leid für dein Tier, und du bist bestimmt traurig, wäre ich auch.
    Nach deiner Schilderung kann ich keine Mängel entdecken, ausser das du viel zu viel kontrollierst.
    Woran die eine gestorben ist, findet nur ein Labor raus. Nach exomed kannst du das Tier schicken, oder an ein Vetärinär Institut.
    Was nun kommt, sollte der TA abklären!!!, ist nur eine Vermutung von mir!
    Die andere Schildkröte hat eventuell eine Posthibernale Anorexie, Futterverweigerung nach der Winterruhe. Der Organismus arbeitet einfach auf minimum weiter, und nix hilft was man selbst tut.
    Ob die nun schon einsetzt wenn Schildkröten noch ruhen oder erst nach dem erwachen, weiß ich nicht. Auf jeden Fall sollte ein guter TA das Tier eventuell sogar stationär aufnehmen. Da muss Glucose übern Tropf gegeben werden.
    Diese Posthibernale Anorexie führt oft zum Tode des Tieres, weil sie quasi verhungern und die Organe versagen.
    Ich hatte das bei einem Tier welches ich vor Jahren übernommen hatte. Alles gut geworden, dank eines super TA.
    Ich drücke alle Daumen
    LG
    Inge


  4. Hallo Brigitte,

    das Jahr über haben alle gleichermaßen gefressen und sich vom Gewicht ähnlich entwickelt. Gefressen wurden Wildkräuter aller Art (Löwenzahn, Wegerich, Malve, Hibiskus…) eben alles, was die Wildkräuter Mischung von Agrobs hergibt.
    Das Wiegen alle zwei Wochen habe ich bei den Kleinen eingeführt, da ich im Jahr zuvor auch zwei Schlüpflinge in der Hibernation verloren hatte. Hier hatte ich das Gewicht im Verdacht. Natürlich habe ich eine Kotprobe abgegeben, die unauffällig blieb. Ansonsten Pflege ich die Großen einmal im Monat zu wiegen.
    Öfters höre ich auch, dass es sich um natürliche Auslese handelt. Wenn dem so ist kann ich damit leben, aber vorher will ich alle anderen Dinge ausgeschlossen wissen.
    Obduzieren ist nicht mehr möglich, da sie bereits begraben würde.


  5. Hallo, zunächst einmal mein Bedauern über Deinen Verlust. Ich weiß das tut weh. Ich möchte gerne wissen, ob Du die Schildkröten vor dem Einwintern entwurmst. Wenn ja, wie lange vorher.
    LG Gudrun


  6. Ich würde dazu gerne wissen: hat sie das Jahr über gut gefressen, was hat sie gefressen. Ich würde sie obduzieren lassen, damit man den Grund weiß, warum sie verstorben ist.Ist denn das Wiegen alle zwei Wochen notwendig. Stört das nicht die Starre? Bedenklich für mich ist auch die Aussage, daß man oft in Gruppen zerrissen wird, wenn man solche Probleme anbringt. Ich kann das bestätigen, bin selbst aus Gruppen rausgegangen, weil ich diesen Umgang miteinander nicht akzeptieren konnte.

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