Die Wegwarte – eine wunderbare Pflanze

Von Bettina Thomas

Als ich den Beitrag in der Testudowelt Zaungäste, Mittesser, Trinkgenossen-Besuch im Schildkrötengehege von Lutz Prauser gelesen habe musste ich sofort an eine bei mir und den Insekten in unserem Garten gleichermaßen beliebte Pflanze denken: Die gemeine Wegwarte (Cichorium intybus), blaue Schönheit mit magischer Vergangenheit.

Auch die Schildkröten haben sie zum Fressen gerne. Mit ihren strahlend zarten, hellblauen Blüten, die sie nur bei Sonnenschein zeigt, ist sie ein Blickfang im Gehege.

Der Blütezeit von Juli bis Oktober fiebere ich immer ungeduldig entgegen. Aus der Wegwarte wurden etliche unserer heutigen Kultursalate gezüchtet. Es werden ihr unzählige therapeutische Wirkungen nachgesagt. So soll sie als Teeaufguss bei Leber-, Nieren sowie Magenerkrankungen helfen.

Sie soll blutreinigend wirken und wurde früher als Diuretikum und Anthelminthikum (Wurmmittel) eingesetzt. Ich hingegen liebe sie nicht wegen ihrer homöopathischen Anwendungsgebiete sondern wegen ihrer Farbe und dem Insektenreichtum, die sie förmlich anzieht. Auch gibt es viele lustige Synonyme für ihren Namen wie Hansl beim Weg, Sonnenbraut, Verfluchte Jungfer, Wegeleuchte etc. um nur einige zu nennen.
Eine Legende besagt, die Wegwarte sei eine verzauberte Prinzessin, deren Geliebter-ein junger Ritter- für einen Kreuzzug nach Jerusalem geritten war. Die Prinzessin war so traurig, sie wollte am Liebsten sterben. Doch wäre das schon das Ende der Geschicht´,gäbe es sie nicht. Denn so traurig die Prizessin auch war, so hegte sie auch große Hoffnung. Jeden Morgen glaubte sie von neuem daran, dass er eines Tages zu ihr zurückkehren würde. Mit all ihren Kammerzofen hielt die Prinzessin jeden Tag erneut am Wegesrande Ausschau nach ihrem Prinzen.

Und schließlich erbarmte sich der liebe Gott im Himmel dieser sehnsüchtigen Schar und verwandelte alle in schöne Blumen, damit sie am Wege immer Ausschau nach ihm halten konnten. Die Prinzessin wurde eine weiße und die Zofen wurden blaue Wegwarten. Und da stehen sie auch heute noch und schauen schon am frühen morgen nach Osten zur aufgehenden Sonne. Sie drehen ihre Blütenköpfe, immer dem Lauf der Sonne. Sobald die Sonne untergegangen ist, lassen sie ihre Köpfe enttäuscht bis zum nächsten Morgen hängen.
2016 habe ich tatsächlich eine „Prinzessin“ in mein Schildkrötengehege gefunden. Leider konnte ich seitdem nur noch „Kammerzofen“ bewundern.
Doch nicht nur die Schildkröten profitieren von dieser zauberhaften Pflanze:

 

 

Text und alle Fotos: Bettina Thomas. Alle Rechte bei der Autorin.
Quellenangabe „Wegwarte-die Heilkräuterfrauen“

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