Mein Gewächshausbau

Alles beginnt mit dem Ausheben einer Grube…

Erfahrungen und Empfehlungen zum Gewächhausbau von Manuel Pühringer

in die ich für die Überwinterung eine weitere gegraben habe.

Zur Schildkrötenhaltung ist unbedingt ein Unterschlupf mit Wärmelampen für kältere Tage oder Regentage in Form eines Gewächshauses oder Frühbeetes notwendig. Einige Halter bevorzugen ein Gewächshaus aus Alltop-Platten (16 mm), ich verwende jedoch ein handelsübliches UV-unduchlässiges Gewächshaus aus Doppelstegplatten, welches zwar nicht die Stärke von Alltop besitzt, sich aber für die Bedürfnisse meiner Tiere ganz gut bewährt hat. Einer der größten Vorteile der Gewächshäuser ist es, dass sie deutlich mehr Grundfläche bieten als die meisten Frühbeete, also für die Tiere mehr Platz im geschützten Raum zur Verfügung steht.
Die meisten Gewächshäuser sind verglast bzw. haben eine UV-stabile Kunststoff-„Verglasung“, Das heißt: Die Scheiben sind nicht UV-durchlässig. In Halterkreisen wird viel darüber diskutiert, ob ein UV-durchlässiges Frühbeet einem UV-stabilen Gewächshaus vorzuziehen ist. Beides hat Vor- und Nachteile. Wer seine Schildkröten allerdings den Sommer über im Freien hält und ihnen Gewächshäuser als Rückzugsmöglichkeit für kühlere Tage anbietet, hat den Vorteil der größeren Fläche und sorgt dafür, dass die Tiere über das Sonnenlicht im Freien notwendiges UV-Licht erhalten.

Bei der Auswahl des Gewächshauses gilt: Je dicker die Platten sind, um so mehr spart man Energie und damit Heizkosten.
Im Folgenden beschreibe ich in kurzen Worten und anhand von Bildern die Vorarbeiten für den Bau meines Gewächshauses mit Überwinterungsgrube. Wie das Gewächshaus selbst zusammengebaut wird, entnehmen Sie bitte der Montageanleitung.
Am Anfang steht immer die Überlegung, wo das Gewächshaus/Frühbeet zukünftig stehen soll. Am besten eignet sich ein windgeschützter, sonniger Ort. Natürlich ist aber auch die Lage abhängig vom Terrain. Gewächshäuser und Frühbeete sollten nicht am niedrigsten Platz im Gehege stehen, wenn dieses abschüssig ist. Immer wieder wird über kleine Überschwemmungen nach starken Regenfällen in den Gewächshäusern berichtet. Hat man so wie ich eine tiefe Grube im Gewächshaus, dann ist die Gefahr groß, dass diese mit Wasser voll läuft. Und noch ein Aspekt ist bei der Standortauswahl wichtig: Stromzugang.
Im ersten Bauabschnitt ist vor allem die Muskelkraft gefordert: Ich habe für das Fundament die Breite und etwas mehr als die Höhe eines Ziegelsteines auf der Grundfläche des Gewächshauses ausgegraben.

Ein Sockelkranz aus Schalsteinen für den Unterbau
Die Steine wurden mit Beton verfüllt.
Das fertige Gewächshaus wurde…
mit dem Unterbau verschraubt.
Eine Wärmeinsel im Gewächshaus…

Als das erledigt war, wurde die Überwinterungsgrube ausgehoben. Meine Grube besitzt eine Tiefe von ca. 1,20 Meter, andere Halter haben ihre Gruben etwa 60–80 cm tief angelegt.
Für mich war wichtig, die Grube tief genug zu machen, da ich in einer Gegend wohne, in der der Boden recht tief durchfrieren kann.
Als der Aushub für das Fundament und die Überwinterungsgrube vollständig fertiggestellt war, wurden die Steine aufgestellt. Ich bevorzugte 15 cm Beton-Schalsteine, um eine gute Standfestigkeit zu erhalten. Diese Steine sind in jedem gut sortierten Baumarkt oder Baustoffhandel erhältlich.
Um das Durchgraben durch die Schildkröten und das Eindringen von Regenwasser zu verhindern, habe ich zwei Reihen dieser Steine versetzt übereinander gestell. So steht das Gewächshaus auch etwas erhöht. Wenn der Ein-/Ausgang für die Schildkröten nicht aus den Doppelstegplatten des Gewächshauses herausgeschnitten werden kann oder soll, dann muss man beim Stellen der Steine gleich eine entsprechende Lücke dafür einzuplanen.
Nachdem die Steine gesetzt waren, habe ich sie mit Beton gefüllt und abgezogen, damit eine ebene Fläche entsteht.
Nach ein bis zwei Tagen, als der Beton vollständig ausgehärtet war, wurde in die Überwinterungsgrube engmaschiges Drahtgitter, z. B. Hasendraht, gelegt und mit Steinen abgedeckt, um das Eindringen von unerwünschten Tieren (Fressfeinden), wie zum Beispiel Ratten, etc., von unten zu verhindern.
Damit die Schildkröten im Winter vor Frost, Nässe und Feuchtigkeit geschützt sind, habe ich anschließend die Grube an allen Innenseiten mit einem 5 cm dicken Styropor verkleidet,welches bei mir im Norden-Osten von Niederösterreich völlig ausreichend ist. Die Styropor-Platten wurden entsprechend der Überwinterungsgrube zugeschnitten.
Um das Styropor an den Beton-Schalsteinen zu befestigen, verwendete ich Klebespachtel.
Als alle Arbeiten erledigt waren, haben wir das Gewächshaus entsprechend der Montageanleitung zusammengebaut und auf das Fundament gestellt. Um es auch zu befestigen habe ich an allen Seiten in das Gestell und das Ziegelfundament des Gewächshaues Löcher gebohrt und anschließend festgeschraubt.
Damit kein Wasser durch die Fugen zwischen Gewächshaus und Fundament eindringen kann, habe ich diese mit wasserdichtem und witterungsfestem Silikon verfugt.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für die Schildkröten wesentlich einfacher wurde, selbständig das Gewächshaus aufzusuchen, nachdem ich zum Eingang hin die Erde etwas aufgeschüttet habe.
Der Ausgang sollte verschließbar sein. Um Zugluft im Gewächshaus zu verhindern, befestigte ich an den Eingängen Lamellenstreifen-Vorhänge, woran sich die Schützlinge aber erst gewöhnen mussten.
Die Überwinterungsgrube wurde mit lockerer Erde gefüllt und auch die restliche, betretbare Fläche des Gewächshauses mit Erde aufgelockert und schildkrötengerecht eingerichtet. Über die Überwinterungsgrube bastelte ich noch ein Häuschen, um den Schildkröten auch in der Nacht Schutz zu gewähren. Für kältere und regnerische Tage installierte ich noch einen Elsteinstrahler für die Wärme und für die Helligkeit zusätzlich einen Par38 Strahler, da Schildkröten Licht automatisch mit Wärme verbinden.

und Schilfdabdeckung gegen Überhitzung.

Für wärmere Tage habe ich einen elektronischen Fensterheber am Dachfenster montiert, Dieser öffnet und schließt das Fenster automatisch bei einer eingestellten Temperatur und verhindert so eine Überhitzung.
Zudem habe ich um ein Überhitzen im Sommer zu vermeiden auf der linken Außenseite des Gewächshauses, welche die am stärksten zugewandte Sonnenseite ist, Strohmatten befestigt. Sie sind in jedem Baumarkt erhältlich und erfüllen den gleichen Effekt wie zum Beispiel Rollläden an unseren Fenstern. Da sie auch optisch einen guten Eindruck verschafft und es ein südländisches Flair bringt, blieben sie bei mir das ganze Jahr über, auch an kühleren Tagen, am Gewächshaus befestigt.
Selbst an kühleren Tagen heizt sich die Temperatur im Gewächshaus genügend auf, da ja nur ein Teil mit Matten abgedecktt ist.

Text und Bilder: Manuel Pühringer. Alle Rechte beim Autor

Wir bedanken uns bei Manuel Pühringer für das bereitgestellte Text- und Bildmaterial. In diesem besonderen Fall möchten wir darauf hinweisen, dass wir uns besonders darüber freuen, einen noch jungen, aber sehr begeisterten und engagierten Schildkrötenhalter als Autor gewonnen zu haben. Wie bei allen Bau- und Haltungsbeschreibungen bitten wir zu berücksichtigen, dass es viele Varianten gibt, aber kein alleingültiges Konzept.

3 Kommentare


  1. Änderungen im Text wurden vorgenommen, dank an Editha für den wertvollen Hinweis.
    Liebe Grüße
    Lutz Prauser


  2. Hallo,

    Vielen Dank für Ihren Kommentar und den Hinweis.
    Es kann natürlich sein, dass ich es beim Kauf, wie Sie geschrieben haben, verwechselt habe.
    Wir werden es alsbald im Text ändern.

    Mfg. Manuel Pühringer


  3. Ich finde auch, dass das größere Platzangebot von Gewächshäusern gegenüber Frühbeeten ein großer Vorteil ist und begrüße die hier gezeigte Anleitung zu einer großzügigen Überwinterungsgrube. Das gezeigte Gewächshaus ist aber NICHT UV-durchlässig, wie geschrieben. Es handelt sich vielmehr um einfache Steg-Doppelplatten, vermutlich Polystyrol, die sogar noch etwas weniger UV-durchlässig sind als Glas. Möglicherweise wurde UV-durchlässig mit UV-stabil verwechselt, das passiert öfters. Es sollte im Artikel aber unbedingt bald klar gestellt werden, denn so ist es falsch!

    Nicht ganz so wichtig, aber unklar, Gewächshaus-Fensterheber arbeiten normalerweise nicht elektronisch sondern hydraulisch. Das dürfte auch in diesem Fall so sein.

    Freundliche Grüße, Editha Krüger

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