Schildkröten in Dresden

Von Dietmar Meinel

Einen  Kurzurlaub von drei Tagen verbrachten wir im Juni nach längerer Zeit wieder einmal in Dresden. Und da für mich zu jedem gelungenen Urlaub auch der Besuch von Zoos und Botanischen Gärten, immer verbunden mit der Hoffnung, dort auch auf Schildkröten zu treffen, gehört, führte uns auch schon am ersten Tag ein Ausflug in den Zoo.

Da wir wieder ein Quartier in einer schönen Pension nahe des Zoos hatten, bot sich auf dem Weg zu unserem Ziel ein Spaziergang durch den Großen Garten an: Eine ausgedehnte Parkanlage, in der sich neben einer großen  Freilichtbühne auch mehrere gastronomische Einrichtungen befinden. Wir liefen auch am Carolasee in diesem Park vorbei, wo ich erste Fotos machte. Und dort entdeckte ich sie: Die erste Schildkröte des Tages. 

Sie saß auf einem aus dem Wasser ragenden Baumstamm und genoss die Morgensonne. Wahrscheinlich gibt es inzwischen an jedem Ort, an dem sich Gewässer befinden, ausgesetzte Schildkröten. Auch wenn diese Tiere dort durchaus für Jahre überleben können, ändert das natürlich nichts an der Problematik. Tröstlich könnte einzig sein, dass viele der ausgesetzten Schildkröten in „Freiheit“ ein weitaus besseres Leben führen, als sie je zuvor bei ihren Haltern hatten. Das aber rechtfertigt keinesfalls, sich der überdrüssigen Tiere einfach zu entledigen, in dem man sie in irgendein Gewässer setzt.

Der Zoo war schnell erreicht und auch in diesem Jahr gab es dort viele tierische Neuzugänge, größere und schönere Gehege und gepflegte Grünanlagen zu bestaunen. Der Höhepunkt des Zoobesuchs war für mich wieder das Verweilen vor dem großen Gehege der Aldabra Riesenschildkröten.
Diese tragen im Zoo Dresden alle schon immer den Namen Hugo. Zu Hugo 1 und 2 haben sich vor wenigen Jahren Hugo 3 und 4 gesellt, die ich erstmals bewundern konnte.

Unser Rundgang führte uns später auch ins Terrarium , wo weitere Schildkröten zu sehen waren.

Für den Nachmittag hatten wir uns dann einen Besuch im Botanischen Garten vorgenommen. Im weitläufigen Gelände und in verschiedenen Schauhäusern sind Pflanzen aus aller Welt zu erleben. Und wie in vielen Botanischen Gärten, die ich bisher besuchen konnte , gibt es auch dort im Tropenhaus Schmuckschildkröten. In und in der Nähe eines recht schwarzen Tümpels konnte ich vier Tiere entdecken. Die Umstände  unter denen sie dort leben, deuten leider auch darauf hin, dass es sich um ausgesetzte Tiere handelt.

Als ich am nächsten Morgen unserer Gastgeberin von der Schildkröte im Carolasee erzählte, meinte sie, dass dort schon seit Jahren immer wieder welche gesichtet würden. Falls ich aber weitere Schildkröten sehen möchte , könnte ich auch gerne ihren Garten  inter dem Haus aufsuchen. Von diesem Angebot machte ich gerne Gebrauch und entdeckte dort in einer kombinierten Gewächshaus – und Freilandhaltung zwei muntere Testudo hermanni boettgeri . An diesen zwei Tieren habe ich mich für den Rest unseres Urlaubs noch oft erfreut. Ich erhielt die Erlaubnis, die Tiere zu fotografieren und Bilder auch hier zu veröffentlichen.
Auch an unserem dritten Urlaubstag sollte es noch eine „Schildkrötensichtung“ geben. Ein Ausflug führte uns ins nahe Moritzburg. Nach der Besichtigung des kleinen Ortes und der Umrundung des Schlosses führe uns ein Spaziergang zur nahen Fasanerie. Auf dem Weg dort hin befindet sich am Ende eines Kanals der Venusbrunnen.

Diese 1772 errichtete Brunnenanlage ist derzeit leider nicht in Betrieb und bedarf einer dringenden Sanierung. Glücklicherweise ist die zu den Brunnenfiguren gehörige, in Sandstein gehauene Schildkröte noch in einem relativ guten Zustand ! Hoffentlich kann sie eines Tages wieder ihre ursprüngliche Aufgabe als Wasserspeier erfüllen.

Dresden ist immer eine Reise wert , auch der Schildkröten wegen!

Text und alle Bilder: Dietmar Meinel. Alle Rechte beim Autor.

 

Dietmar Meinel , Chemnitz

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