Auf Schildkrötensafari mit Elke Wallrapp (Folge 55)

Jedes Jahr, auf unserem Weg in die Provence, machen wir einen Übernachtungsstopp in dem wunderschönen Beaune/Burgund. Und es ist schon Tradition, dass ich mir am Hoteleingang die ausliegenden Broschüren der Sehenswürdigkeiten der Gegend anschaue.
Und so entdeckte ich eines Jahres unsere nächste Schildkrötendarstellung – unsere erste in Frankreich.
In der kleinen Gemeinde Cormatin, im südlichen Burgund, befindet sich hinter hohen Mauern und majestätischen Bäumen das sehenswerte Schloss Cormatin mit seinem wunderschön angelegten Garten.

Das Schloss wurde auf den Fundamenten einer ehemaligen Festung von „Antoine du Blé, dem Marquis d’Huxelles wahr

 

scheinlich in der Zeit von 1606 bis 1625 erbaut (die Angaben hierzu differieren etwas) und ist wegen seiner „Salles Dorées“, besonders prunkvollen Gemächern aus der Zeit Ludwigs XIII, so sehenswert.
1980 wurde das Schloss von drei Privatpersonen erworben und renoviert.

Für uns ist mehr der Garten von Interesse. Dieser wurde um 1620 mit einem Labyrinth, einem Nutzgarten, einem Freilichttheater und Blumenbeeten angelegt. Um 1785 wurde er in einen Garten im englischen Stil umgestaltet.
1815 verschwand er ganz, denn seine Erde wurde für das Füllen der umliegenden Gräben benutzt.
Erst in den Jahren 1988 – 1989 wurde die Gartenanlage neu angelegt und der Geist und die Form der alten Zeit wieder zum Leben erweckt.
So entstanden fünf unterschiedliche Gärten mit verschiedenen Bedeutungen, die an die Geschichte „Songe de Poliphile“ von 1499 ( der Traum des Poliphilo) erinnern sollen.

In einem davon können wir die Schildkröten bewundern.

Direkt gegenüber des Wohntraktes befindet sich ein quadratisch und symmetrisch angelegter Garten, der das irdische Paradies mit Adam und Eva darstellen soll.

Genau in seiner Mitte, wo die Wege sich kreuzen, können wir einen Brunnen entdecken.Sein Wasserbecken ist so gestaltet, dass sich der Kreis und das Quadrat in ihren Formen vereinen.

Hiermit wird die Vereinigung von Erde und Himmel im irdischen Paradies dargestellt.
In der Mitte des Beckens befindet sich ein schmiedeeiserner Baum (dem Baum des Lebens aus der Genesis in der Bibel), seine Zweige tragen goldfarbene Äpfel und aus seiner Mitte spritzt ein Wasserstrahl.
An seinen Wurzeln können wir, inmitten Steinen und Seerosen, vier symmetrisch angeordnete, wasserspeiende Meeresschildkröten ausmachen – die die vier Flüsse des Paradieses symbolisieren.
Irgendwo sind auch die Statuen von Adam und Eva zu finden…!

In unmittelbarer Nachbarschaft dieses Gartens liegt dann das Labyrinth. Es soll die Prüfungen des menschlichen Lebens aufzeigen, aber das ist eine andere Geschichte.

Text und Fotos: Elke Wallrapp. Alle Rechte bei der Autorin.

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