Auf Schildkrötensafari mit Elke Wallrapp (Folge 54)

.Auch in diesem Monat sind wir in Leipzig unterwegs und statten dem Zoo einen Besuch ab.
Schon oft konnten wir seine Tiervielfalt in der „Fernseh-Doku-Soap: Elefant, Tiger & Co“ bewundern. Warum nicht einmal live erleben?

Unser Ausflug beginnt jedoch mit der Besichtigung eines Mietshauses an der Ecke der Springer Straße zur Gohliser Straße, die wir zu Fuß und mit der Tram Nummer 12, die auch am Zoo hält, erreichen. Viele Häuser in dieser Gegend (Zentrum Nord) und im angrenzenden Gohlis wurden um die Jahrhundertwende gebaut und ihre Fassaden sind reichhaltig verziert. Unser Eckhaus wurde wahrscheinlich 1911 errichtet, ist mit mehreren Erkern ausgestattet und ein klassisches Mehrfamilienhaus.
Der untere Teil des Hauses ist mit großen Steinquadern verkleidet, die durch zehn Sandsteinplatten, jeweils unterhalb der Fenster, unterbrochen werden.
Sieben davon sind in den Ecken mit Tiermotiven verziert.
Diese sind nicht identisch angeordnet und auch die einzelnen Tierdarstellungen sind in ihrem Aussehen nicht immer gleich.
Zu sehen sind Schnecken, Frösche, Schlangen, Echsen, Vögel, vielleicht auch ein Krokodil und immer wieder leicht stilisierte Landschildkröten.
Von den drei weiteren Platten sind zwei mit Schiffen, Eisenbahnen und Häupter (ein Seemann?) verziert. Die Verzierungen der dritten Platte fehlen vollständig.
Steht dieser Fassadenschmuck in irgendeinem Zusammenhang mit dem naheliegenden Zoo?
Leider konnte ich dazu nichts herausfinden.

Nach einem ausgiebigen Fotostopp geht es endlich zum Zoo. Schnell sind wir drin, denn am frühen Morgen ist der Besucherandrang noch nicht ganz so groß. Aber auch die Tiere scheinen noch zu schlafen.
Etwas enttäuscht sind wir schon … aber nachdem wir die ersten Raubkatzen gesichtet haben und immer mehr Tiere in den Themenwelten zu sehen sind, genießen wir unseren Besuch. Natürlich stellen wir uns die Frage, ob der Zoo auch Schildkröten hält. Eine Mitarbeiterin gibt uns darüber Auskunft – Schildkröten sind nur im Aquarium bzw. Terrarium zu sehen.

Dort gehen wir zum Schluss hin. Das wunderschöne Gebäude mit seiner einmaligen Jugendstilfassade fällt sofort ins Auge und natürlich schaue ich mir diese genauer an. Die auffälligen Fensterverzierungen zeigen Aquarien- und Terrarientiere, sowie Putten mit Tierdarstellungen. Und auch hier entdecke ich eine Schildkröte!

Links von der Eingangstür, am zweiten Fenster, durch einen Busch etwas verdeckt, befindet sie sich
– die Darstellung eines nackten Knaben, der auf einer Landschildkröte sitzt und in ein Muschelhorn bläst.
Ich konnte es selber kaum glauben!

Das Aquarium wurde von 1909-1910 vom damaligen Stadtbaudirektor Anton Käppler im Auftrag des damaligen Zoodirektors errichtet. Die einzigartige Jugendstilfassade stammt von dem Bildhauer Rudolf Saudek (1880-1965).
1913 wurde das Aquarium um das Terrarium erweitert.
Die Fassade ist trotz Renovierung bis heute in ihrer Ursprünglichkeit erhalten geblieben.

Und natürlich können wir im Inneren des Terrariums ebenfalls Schildkröten betrachten.
Zu sehen sind u.a. Geierschildkröten, Schlangenhalsschildkröten, Spaltenschildkröten, eine Dornrand-Weichschildkröte, Glattrand-Gelenkschildkröten, Strahlenschildkröten, Terekay-Schienenschildkröten und viele mehr.

Nach sechs Monaten verlassen wir Deutschland und werden uns nun Schildkrötendarstellungen in unserem Nachbarland Frankreich anschauen. Auch dort gibt es so viele wunderbare Schildkröten im öffentlichen Raum zu entdecken.

Text und Fotos: Elke Wallrapp. Alle Rechte bei der Autorin.

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