Auf Schildkrötensafari mit Elke Wallrapp (Folge 42)

Auch Amsterdam ist unbedingt eine „Schildkrötenreise“ wert, denn hier können wir gleich zwei Schildkrötendarstellungen entdecken – eine davon schauen wir uns in diesem Monat etwas genauer an. Wir müssen nur öfters nach oben schauen…!

Denn auffallend sind in den Niederlanden die vielen Fassadenbilder, die die meist älteren Häuser schmücken. Sie werden „Gevelsteen“ genannt ( wörtlich übersetzt „Giebelstein“).
Bei diesen Hausverzierungen handelt es sich um Dekorsteine bzw. -platten, die in einem Giebel oder in eine Mauer eingelassen wurden. Sie weisen oft auf den Beruf des Hausbesitzers hin, stellen aber auch Schiffe, Fantasiegestalten, Menschen und Tiere dar. Jedes Haus bekommt durch diesen Kunststein seine eigene unverwechselbare Identität.
Die Blütezeit der Giebelsteine lag um 1800. In den letzten Jahren lebte diese Art der Kunst jedoch wieder auf.
Bekannt für diese Kunst war der niederländische Bildhauer Hans’t Mannetje (1944-2016).

Westlich des Amsterdamer Hauptbahnhofs befindet sich das hippe Viertel „Haarlemmerbuurt“. Hier gibt es viele kleine individuelle Läden, und manche Häuser sind auch mit Giebelsteinen verziert.
Und dort am „Haarlemmerplein“ können wir unsere nächste Schildkrötendarstellung bewundern.
Am Randes dieses Platzes steht ein schmales hohes Backsteinhaus, in dem sich früher eine Sparkasse befand. Die ehemalige Beschriftung ist noch zu erkennen: „Spaarbank – Voor de Stad – Amsterdam“ und die Jahreszahl 1920.
Weit oben ziert das Haus ein goldfarbener Giebelstein, der eine plastisch gearbeitete griechische Landschildkröte zeigt. Zu erkennen ist die Jahreszahl 1985 und das Wort T Huis, was „das Haus“ bedeutet.
Dieser Giebelstein wurde von Hans’t Mannetje für die letzten Hausbesitzer gefertigt und schmückt dieses Haus als Symbol der Häuslichkeit.

 

Text und Fotos: Elke Wallrapp. Alle Rechte bei der Autorin.

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