7. Gießener Schildkröten-Workshop 2016 – ein Rückblick

Am Samstag, 27. August 2016 fand der inzwischen 7. Gießener Schildkröten-Workshop in Biebertal (Mittelhessen) statt. Die Veranstaltung existiert bereits seit 2005. Die Idee zu solch einer Schildkröten-Tagung stammt aus dem bayerischen Coburg. Dort organisiere der damalige Verein „REHA-Station für Landschildkröten e.V.“ diese Veranstaltung jahrelang unter der Leitung von Susanne Vogt. Kurzerhand wurde diese Idee vom „Coburger Schildkröten-Workshop“ also mit freundlicher Unterstützung von Familie Vogt nach Biebertal gebracht, woraufhin 2005 der 1. Gießener Schildkröten-Workshop stattfand.
Seit Beginn organisiert der Schildkrötenfreund und Buchautor Thorsten Geier diese Veranstaltung in eigener Regie. Die Mischung aus Vorträgen und Gesprächen bzw. das Treffen und Austauschen untereinander soll im Mittelpunkt stehen. Zahlreiche Verkaufsstände (z.B. Literatur, Pflanzen, Zubehör, Sämereien, Geschenkideen) sowie Informationsstände (diverse Vereine etc.) runden das Programm ab.gies05
Nach einer kurzen Begrüßung durch Thorsten Geier konnte der erste Vortrag durch den Referenten Lutz Prauser beginnen. Der Titel des Vortrags lautete „Schildkröten in der Natur: Was man von Habitaten lernen kann…“. „Gerade die Natur als Vorbild nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Von daher sind solche Naturbeobachtungen immer sehr interessant, und locken so manchen Langschläfer bereits pünktlich um 10 Uhr zur Tagung“, weiß Thorsten Geier. Und genau so kam es, denn die allermeisten der insgesamt über 115 Teilnehmer haben bereits den ersten Vortrag besucht.gies04
Der zweite Vortrag von Tierärztin Wenke Heuser befasste sich mit „Landschildkröten in der tierärztlichen Praxis“. Die seit Jahren in der Schildkrötenszene bekannte Tierärztin beschrieb nicht nur regelmäßig in ihrer Praxis vorgestellte Krankheitsbilder, sondern konnte auch so manch außergewöhnliche Praxisfälle zeigen. Sie gab zahlreiche Tipps, um häufige Krankheiten erst garnicht entstehen zu lassen.gies-03
Direkt im Anschluss ließ der schon seit Monaten angekündigte „Überraschungsvortrag“ die Neugierde bei zahlreichen Besuchern ansteigen. Thorsten Geier moderierte, und rief den Referenten Lutz Prauser zum Rednerpult. Schnell wurde klar, dass mit der Bezeichnung „Mistviecher“ das neue Buch von Lutz Prauser gemeint war. „Manchmal sind es Mistviecher – warum man Schildkröten einfach lieben muss“ lautet der Titel des neuen Buches, welches direkt auf dem Gießener Schildkröten-Workshop erstveröffentlicht wurde! Eine amüsante Kurzvorstellung mit anschließender Signierstunde folgte.14138582_1280297711983482_8208300483728820269_o
In der Mittagspause konnten sich die Besucher an den zahlreichen Verkaufs- und Infoständen aufhalten. Verschiedene Futterproben (für Landschildkröten) und ein Stand mit verschiedenen Erde des Herstellers Floragard® konnten begutachtet werden. Aber auch das reichhaltige Verpflegungsangebot für die Teilnehmer wurde gerne angenommen – Eiskaffee war bei über 30 °C übrigens sehr beliebt!
Nach der Pause zeigte die Österreicherin Christine Dworschak zahlreiche Fotos von fressenden Schildkröten, die sich überwiegend aus dem eigenen Gehege ernährt haben. Der Titel lautete „Selbstständige Futterversorgung im Freigehege – Fressverhalten Europäischer Landschildkröten“. Damit war die „Königsdisziplin“ einer naturnahen Haltung im Bereich der Ernährung gemeint, die neben naturnah angelegten Freigehegen immer stärker in den Vordergrund gerät.gies-02
Barbara Klobusch von der „Schildkröten Auffangstation Dorsten e.V.“ berichtete im Anschluss, warum ein „Tierheim für Schildkröten“ überhaupt notwendig ist. Sie machte deutlich, wie wichtig Aufklärungsarbeit ist – und das noch bevor Schildkröten den Garten einziehen. Zahlreiche traurige Fotos belegten die Notwendigkeit einer solchen Auffangstation. Zugleich zeigte sie jedoch auch die beispielhafte Arbeit des Vereins, welcher auf zahlreiche Helfer zählen kann.gies-01
In der nun folgenden Pause konnten die Teilnehmer noch ein Präsent für ihre Lieblinge abholen! Als Begrüßungsgeschenk hat der Gartenbau Schrape jedem (zahlenden) Teilnehmer eine Golliwoog®-Pflanze bereitgestellt. Das war eine sehr große Geste, die bei den Besuchern der Tagung sehr gerne angenommen wurde. Golliwoog® zählt seit über 10 Jahren in Schildkrötenkreisen als sehr hervorragend geeignete Futterpflanze, die durch den Gartenbau Schrape in Futterqualität hergestellt wird.
gies06Der letzte Vortrag wurde durch Organisator Thorsten Geier gehalten. In seiner Präsentation „Die Schildkrötenhaltung im Jahresverlauf“ ging er abschließend auf alle wichtigen Parameter ein, die ein Schildkrötenhalter innerhalb eines Jahres zu beachten hat. Auch hier wurden zahlreiche Habitataufnahmen aus verschiedenen europäischen Ländern gezeigt, die dann als Überleitung für die Haltung im eigenen Garten dienten.
Die Tagung war auch dieses Jahr wieder von zahlreichen Schildkrötenfreunden aus nah und fern besucht worden. Teilnehmer aus Berlin, Dresden, Hamburg, Braunschweig, Hannover, München und Österreich haben teils sehr lange Anreisen für diesen Tag gehabt, oder nutzten die Veranstaltung als Urlaubsziel, und verbrachten mehrere Tage im hessischen Biebertal und in der näheren Umgebung.
Der nächste Workshop ist für das Jahr 2018 geplant. Weitere Infos unter www.schildkroetenfreund.de

Text und Fotos von Thorsten Geier, Gruppenfoto von Chris Ellers

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