Erfolgreiche Meeresschildkröten-Nistsaison im Iran

Grüne Meeresschildkröte, früher auch Suppenschildkröte genannt. Foto: Christoph Schützenhofer

Bereits im November endete die Nistsaison der Meeresschildkröten am Strand der iranischen Insel Kish, in dieser Saison äußerst erfolgreich. Fast 70 Nester der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten konnten an einem ausgewiesenen Strandabschnitt auf der bei Touristen aus Teheran beliebten Ferieninsel Kish geschützt werden.
Bis zu eine Million Menschen, zumeist Touristen aus Teheran und anderen Städten des Festlandes, kommen pro Jahr nach Kish, doch sie sind nicht die einzigen Besucher der Insel im Persischen Golf. Auch die vom Aussterben bedrohte Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas) und die Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) kommen jedes Jahr an die Südküste der rund 80 Quadratkilometer großen Insel.
Mit Hilfe der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. konnte auf Kish nun das erste Monitoringprogramm für den Schutz der Meeresschildkröten etabliert werden. 45 der bedrohten Meeresreptilien konnten dieses Jahr bei der Eiablage markiert werden. So können die Tiere identifiziert werden und ihre Sichtungen geben Aufschluss über ihre Wanderrouten. Nur wenn ihr Verbreitungsgebiet bekannt ist, können dort wirksame Schutzkonzepte umgesetzt werden.
“Mehr als 2.100 geschlüpfte Jungtiere haben den Persischen Golf erreicht und geben Anlass zur Hoffnung, aber im Schnitt wird nur eines von 1.000 Tieren das fortpflanzungsfähige Erwachsenenalter erreichen.”, warnt Brigitte Peter, Geschäftsführerin der AGA. Unterschiedliche Fressfeinde, wie Möwen, Hunde, Fische und Krebse, lauern am Strand und im Meer. Immer größere Gefahren birgt aber vor allem die Fischereiindustrie: Die Meeresschildkröten landen als ungewollter Beifang in ihren Netzen. Eine
weitere große Gefahr für das Überleben der bedrohten Meeresschildkröten ist der Verlust ihres Eiablagestrandes. “Denn Meeresschildkröten kommen zur Eiablage immer an den Strand zurück, an dem sie selbst geschlüpft sind.”, erklärt Peter.
Nach dem erfolgreichen Ende der diesjährigen Nistsaison hat die Planung für eine Fortsetzung des Schutzprojektes bereits begonnen. Denn die Gefahren für die Meeresschildkröten sind vielfältig. “Immer wieder kommen größere Bauprojekte in Strandnähe ins Gespräch und starke künstliche Beleuchtung stört die Meeresschildkröten bei der Eiablage und leitet die Schlüpflinge in die falsche Richtung.”, betont Peter. Mit verstärkten Umweltbildungsmaßnahmen, beispielsweise an Schulen, soll die lokale Bevölkerung direkt in das Projekt eingebunden werden, denn der langfristige und nachhaltige Schutz des Niststrandes ist erklärtes Ziel der AGA, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert und aus einer privaten Initiative zum Schutz der Meeresschildkröten auf Bali hervorgegangen ist.

Text: Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V.

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