Besondere Gehegepflanzen (9) – Weniger bekannte Vertreter der Familie der Malvengewächse, Malvaceae, Teil II / von Ricarda Schramm

Teil II der Malvengewächse beschreibt aus der Gattung Malva die Gemüsemalve, Malva verticillata.

Andere deutsche Namen sind: Krause Malve, Quirl-Malve, Baummalve, Chinesische Gemüsemalve.

Gemüsemalve, Malva verticillata, Jungpflanzen, Blätter

Steckbrief:

Wuchsform: Einjährig

Wuchshöhe: Bis 200 (250) cm

Blatt: 5-7lappig, handtellergroß, glänzend, Rand wellig kraus, fein gezähnt

Blüte: Einfach, 5 Kelchblätter, in den Blattachseln

Blütenfarbe: Weiß bis zart rosa

Blütengröße: Klein, ca. 7-10 mm

Blütezeit: Juli – September

Boden: Mäßig feucht, durchlässig, nährstoffreich

Laubfarbe: Hellgrün

Malva verticillata, ganze Pflanze

Standort: Sonne, Halbschatten

Wuchs: Aufrechte Staude

Aussaat: März bis Juni, zunächst in Schalen, ab Mitte Mai ins Freiland, problemlose Keimung, eventuell Vermehrung durch Selbstaussaat möglich

Ernte: April bis Dezember

Bemerkungen: Von der Krausen Malve, Malva verticillata, werden noch weitere Unterarten kultiviert, z. B. var. verticillata, var. crispa.

Die imposante Pflanze ist zwar keine eigentliche heimische Wildpflanze, sie hat sich dennoch im Freigehege als wertvolle und sehr beliebte Futterpflanze bewährt und macht als Gehegepflanze eine gute Figur. Vor allem eine Eigenschaft macht sie so wertvoll: Sie verträgt es ohne Probleme, dass die Blätter immer wieder von unten nach oben abgeerntet oder die Spitzen abgeschnitten werden und wächst unermüdlich weiter, um immer neues Futter zu liefern.

Es empfiehlt sich, die Pflanzen zunächst in Schalen oder Kästen vorzuziehen, bevor man sie im Freigehege auspflanzt. Durch eine sehr frühe Aussaat und Kultur auf der Fensterbank stehen die zarten Jungpflanzen den aus der Winterstarre erwachenden Schildkröten als erstes Futter zur Verfügung.

Die in das Freigehege ausgepflanzten Jungpflanzen benötigen zunächst Schutz gegen gefräßige Schildkröten, um erst einmal eine gewisse Höhe zu erreichen, damit sie überdauern können. Dann kann man sie ohne Probleme immer wieder oben abschneiden und verfüttern. Sie wachsen dadurch buschiger.

Malva verticillata Blüte

Aber nicht nur für unsere Schildkröten hat die Gemüsemalve eine Bedeutung als Futterpflanze. Sondern auch in unserer Küche und als Heilpflanze spielt sie eine Rolle.

Die Krause Malve ist eine uralte Gemüse- und Salat-Pflanze, die früher in keinem Gemüsegarten fehlte, leider ist sie in Europa in Vergessenheit geraten. Sie stammt wohl ursprünglich aus Ost-Asien, zählt zu den ältesten Kulturpflanzen Chinas und wird heute noch dort sehr häufig angebaut.

In Ägypten werden die Blätter in Suppe mit Knoblauch und Gewürzen gedünstet und als Nationalgericht verzehrt.

In Russland werden ebenfalls die Blätter als Gemüse gereicht.

Die Verwendung der Gemüsemalve in der Küche reicht von der Zubereitung als Salat (Blätter und Blüten) über Gemüse (ähnlich Spinat), Suppeneinlage (junge Sprosse), bis hin zu gebratenen oder gefüllten Blättern. Selbst unreife Samen können wie Erbsen zubereitet werden. Also eine sehr vielseitige Verwendbarkeit.

Wirkung als Heilpflanze: Ähnlich ihrer Verwandten, der Wilden Malve Malva sylvestris, wurde die Gemüsemalve bereits von den Römern auch als Heilpflanze kultiviert. Im 16. Jh. trug sie den Namen „Omnimorbia“, was „Allesheilerin“ bedeutet.

Alle Malven haben wohl die auch beim Echten Eibisch bereits beschriebenen entzündungshemmenden und schleimlösenden Wirkungen, worauf auch der Name Malve hindeutet, der von dem altenglischen Wort „malwe“ = „weich“ abstammen soll.

 Text und Fotos: Ricarda Schramm. Alle Rechte bei der Autorin

 

Literatur und Quellen:

SCHRAMM, R. (2010): Landschildkröten-Futterpflanzen. Tartaruga-Verlag, Grebenhain
www.tartaruga-verlag.de

Google

Bezugsquellen:

www.schildkroeten-wildkraeuter.de

 

 

Kommentar verfassen