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Besondere Gehegepflanzen (8) – Malvengewächse (Teil 1)

Veröffentlicht am | September 30, 2012 | Keine Kommentare

Weniger bekannte Vertreter der Familie der Malvengewächse, Malvaceae, Teil I / Von Ricarda Schramm

Abb. 1 Stockrose, Alcea spec.

Abb. 2 Moschus-Malva, Malva moschata

Abb. 3 Wilde Malve, Malva sylvestris

Aus der Familie der Malvengewächse, Malvaceae, ist für uns die Unterfamilie Malvoidae, Malvengewächse im engeren Sinne, interessant. Unter den 78 Gattungen mit etwa 1670 Arten finden sich viele sehr bekannte und in Schildkrötenkreisen sehr beliebte Futterpflanzen. So z. B. die Gattungen Abutilon, Schönmalven, mit etwa 100 Arten, Alcea, Stockrosen, mit 50 Arten, Althea, Eibisch, mit 12 Arten, Lavatera, Bechermalven, mit 5-25 Arten, Malva, mit etwa 25 Arten, sowie in einem anderen Zweig die Gattung Hibiscus, Hibiskus, mit über 500 Arten. Besonders bekannt und beliebt sind z. B. Stockrose, Alcea spec. (Abb. 1), Moschusmalve, Malva moschata (Abb. 2), Wilde Malve, Malva sylvestris (Abb. 3), Mauretanische Malve, Malva sylvestris var. mauritiana (Abb. 4 und 6) und natürlich der Garten-Hibiskus, Hibiscus syriacus(Abb. 5). Sie alle sind nicht nur beliebte Futterpflanzen, sondern auf Grund ihrer Größe und als ausdauernde Formen auch sehr attraktive Gehegepflanzen, sofern sie als Jungpflanzen etwas vor den hungrigen Schildkröten geschützt werden.

Abb. 4 Mauretanische Malve, Malva sylvestris var. mauritiana

Abb. 5 Garten-Hibiskus, Hibiscus syriacus

Aus dieser Fülle an Malvengewächsen werden hier ein paar eher unbekannte, seltenere Vertreter im Portrait vorgestellt, beginnend mit Teil I:
Echter Eibisch, Althea officinalis (Abb. 7 und 8), weitere Namen sind Arznei-Eibisch, Samtpappel, Weiße Malve, Schleimwurzel, Heilwurz oder Sumpfmalve.
Sowohl der lateinische Artname „officinalis“ als auch einige der deutschen Namen deuten auf die Verwendung des Echten Eibisch als wertvolle Heilpflanze bis ins 19. Jahrhundert hin. Blüten, Blätter und Wurzeln des Echten Eibisch wurden getrocknet und sowohl für Menschen als auch in der Tierheilkunde verwendet als Entzündungshemmer, Schleimlöser bei Reizhusten, bei Magen-Darm-Entzündungen usw., außerdem sind Blüten und Blätter essbar in Salaten oder als Gemüse.

Abb. 6 Thh beim Verzehr einer Malvenblüte

Ursprünglich in Südeuropa, dem Mittelmeerraum über den Balkan bis nach Südrussland beheimatet, wurde die Pflanze schon sehr früh auch in Mitteleuropa eingeführt, wuchs in vielen Bauerngärten und verwilderte teilweise.
Aus der Eibischwurzel wurde früher die Süßigkeit Marshmallow hergestellt, der Name bedeutet übersetzt Sumpf-Malve.
Inzwischen ist wildwachsender Echter Eibisch kaum noch zu finden, wird in der Roten Liste als besonders gefährdet eingestuft und darf nicht mehr aus der Natur entnommen werden.
Es werden aber auch inzwischen Samen und Pflanzen in Wildstauden-Shops angeboten. Die Anzucht aus Samen gelingt nur bei einer Aussaat von Oktober bis Dezember, weil der Eibisch ein sogenannter Kaltkeimer ist.

Abb. 7 Echter Eibisch, Althea officinalis, ganze Pflanze

Steckbrief:

Wuchsform: Ausdauernd

Wuchshöhe: 60-150 (bis 200) cm

Blatt: Graugrün, stark wollig-filzig gegen Austrocknung, eiförmig, gekerbt

Blüte: Einfach, 5 Kelchblätter, Staubgefäße verwachsen, lila, schwacher Duft

Blütenfarbe: Weiß bis zart rosa

Blütengröße: 3,5 – 5 cm

Blütezeit:Juli – September

Boden: Feucht, salzreich und kalkhaltig, nährstoffreich

Laubfarbe: graugrün

Standort: Sonne, Halbschatten

Wuchs:Aufrechte Staude

Abb. 8 Echter Eibisch, Althea officinalis, Blüte

Bemerkungen: Wertvolle Bienenfutterpflanze. Pflanze zieht sich im Herbst in den Wurzelstock zurück und treibt im Frühjahr wieder neu aus. In diesem zarten Stadium muss sie allerdings gegen hungrige Schildkröten geschützt werden.

 

Text und Fotos: Ricarda Schramm. Alle Rechte bei der Autorin

 

Literatur und Quellen:

SCHRAMM, R. (2010): Landschildkröten-Futterpflanzen. Tartaruga-Verlag, Niddatal
www.tartaruga-verlag.de

Wikipedia

 

Bezugsquellen:

www.kraeuter-und-duftpflanzen.de   Pflanzen und Samen

www. schildkroeten-wildkraeuter.de   Samen

www.syringia-pflanzen.de  Pflanzen

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