Selbstgebaute Freilandterrarien

Gesamtanlage. Zum Vergrößern bitte auf die einzelnen Bilder klicken. Fotos: Heinz Nather

Selbstgebaute „Freilandterrarien“ – Übergroße Frühbeete / Von Heinz Nather

Bedingt durch einen Umzug 2008 musste ich meine „Frühbeete“ für meine Schildkröten neu bauen.
Die Grundmaße pro „Frühbeet“ wurden beibehalten, da sich diese Maße aus meiner Erfahrung bewährt hatten, somit konnten die vorhandenen Abdeckungen weiter verwendet werden. Wegen Platzmangels wurden jedoch nur noch zwei Einheiten mit den Maßen von je 2,5 Meter Breite und 2 Meter Tiefe erstellt.

Anlage mit verschlossenem Deckel.
Separater Bereich für die Nachzuchten.

 

 

 

 

 

Zuerst wurde im Bereich der späteren Frühbeete die Erde ausgehoben, da das Ganze etwas tiefer gelegt werden sollte, um den Einstieg von vorn niedriger anzulegen als bei der früheren Anlage. Nun ist der Einstieg mehr „altersgerecht“.Als Grundgerüst diente diesmal Konstruktions-Alu mit 45 mal 45 mm, wie es in der Industrie verwendet wird, andere Maße sind jederzeit möglich. So könnten auch Solarprofile 30×30 mm verwendet werden. Die Seitenstützen haben wir tief in ein Betonbett gesetzt, damit die Wände aus Faserzement-Platten eingehängt werden konnten.

Gleichzeitig wurde ein kleiner Graben zum Einlassen der Platten in die Erde ausgehoben.
Verwendet wurden Faserzementplatten (auch bekannt als Eternit) in der Stärke von 8 mm und dem Maß 250 x 125 cm. Faserzementplatten (asbestfrei) sind wasserfest und können ohne Probleme in der Erde versenkt werden.

Gehege für Testudo hermanni hermanni
Markisenmotor

Hinten ist das ganze ca. 80 cm oberhalb der Bodenkannte, vorne entsprechend niedriger.
Die Platten sind ca. 45 cm tief in der Erde versenkt, da könnte auch etwas weniger eventuell ausreichen.
Für die Rückwände haben wir ganze Platten verwendet. Die Faserzementplatten sind doch recht schwer, so dass wir diese für die Rückwände längs in der Mitte geteilt haben. Nach dem Einsetzen des ersten Teil-Stückes konnte dann ein Alu-H-Profil aufgesetzt und das zweite Stück somit fest mit dem unteren verbunden werden.
Die Platten können mit jeder Fassadenfarbe farblich nach Wunsch gestaltet werden.
Die Seitenwände können natürlich auch mit Brettern (Nut und Feder) erstellt werden. Auch eine Kombination, im Erdreich Faserzementplatte und dann Holz aufgesetzt, ist möglich, sieht sicher auch sehr gut aus und das Holz ist dann nicht so stark durch Nässe belastet. Panzerglas ist auch möglich.
Die Abdeckungen sind aus starken Latten von Red Zedar (dies verzieht sich nicht so leicht). Da unser Garten auch von Marder, Krähe, Elster usw. besucht wird (auch ein Fuchs wurde schon mehrfach gesichtet), wurden die Rahmen auf der Unterseite mit einem Gitter versehen. Die Abdeckungen sind zusätzlich mit Schlössern gesichert.

Steuergerät für Plattenöffner
Bewässerungssteuerung
Druckreduzierer

 

 

 

 

 

 

Zusätzlich wurden für die Übergangszeit Terrassenstrahler (Edelstahl) angebracht, die über Thermostat-Uhren gesteuert werden und bei Bedarf Wärme von oben bieten.
Die Kleinanlage wird zusätzlich noch mit einer Gardena-Tropfbewässerung versorgt. Im Einsatz sind 2 Uhrenventile, die die Pflanzen und auch die Wasserschalen für die Schildkröten mit Frischwasser versorgen. Mit diesen können die Anzahl und Dauer der Tropfintervalle eingestellt werden.
Dann folgten die Abdeckungen aus Stegplatten 6 mm, mit Alu eingefasst und hinten mit einem Scharnier. Mir ist bekannt, dass diese Platten kein UV durchlassen, da ich aber die Platten schon bei ca. 25°C automatisch öffnen lasse, bekommen die Tiere tagsüber genügend direktes Sonnenlicht.

Verteilung für Pflanzen.

Die Platten können aber auch gegen 16 mm UV-durchlässige Alltop-Platten ausgetauscht werden. Das Öffnen der Platten wird über Thermostate mit Hysterese gesteuert, z.B. bei 25°C öffnen und bei 17°C wieder schließen (Temperaturen sind frei wählbar). Auf der Rückseite sind Markisenrohre (keine Rollladen-Rohre) mit den entsprechenden Motoren angebracht, die Platten werden über Seile hochgezogen bzw. abgesenkt. Die Stellung der Platten kann an den Motoren eingestellt werden und wird jahreszeitlich verändert.

Verteilung für Pflanzen
Tränke
Gardena-Zubehör.

 

 

 

 

 

 

 

Die Wasserschalen aus glasiertem Ton habe ich auf eingegrabene Lochziegel gestellt, damit das überlaufende Wasser gut ablaufen kann und keine Staunässe entsteht. Die Lochziegel wurden hochkant in die Erde eingelassen (Löcher nach oben) und schließen mit der Erdoberfläche ab.
Hinten an der Rückwand ist das Gardena Basisgerät 1354 befestigt, von dort führt das Verlegerohr 13 mm an der gesamten Anlage entlang. Dazwischen ist das Reduzier-T-Stück 8333 eingefügt, von dort aus wird das Verteilerrohr 4,6 mm an der Rückwand hochgeführt. Um die Verteilerleitung durch die Rückwand ins Innere zu führen, wird ein L-Stück 8381 eingesetzt und die Leitung weiter verlegt. Als praktisch hat sich der Einbau eines kleinen Absperrhahns 1354 erwiesen, somit kann zeitweise auch ein einzelner Strang abgesperrt werden. Im Innen werden die Verteilerrohre an der Oberkante der Wand entlanggeführt und weiterverteilt.
Die Tropfer von Gardena habe ich alle ausprobiert, das beste Ergebnis habe ich mit dem regulierbaren-Tropfer 83616 oder 8317 erzielt. Es können aber auch Tropfer mit fester Abgabemenge des Wassers verwendet werden, die aber doch schnell verkalken und unbrauchbar werden.

Micro-Drip-System: Verlegerohr 1346 13 mm, Verteilerrohr 1350 4,6 mm, regulierbare Tropfer 8316 oder 17,
Basisgerät 1354, Reduzier-T-Stück 8333, L-Stück 8381,
Absperrventil 8357 (im Winter kann das orangerote Oberteil abspringen, es kann aber leicht wieder eingedrückt werden)

Weitere Infos gerne auf Anfrage.
Heinz Nather
hena10hina04@t-online.de

Text und Fotos: Heinz Nather. Alle Rechte beim Autor

Anmerkung:
Sollte ein Anschluss der Bewässerung an die Wasserleitung nicht möglich sein, so kann man auch das Gardena Urlaubsbewässerungs-Set mit Vorratsbehälter 1266 verwenden, das nur einen Stromanschluss benötigt.
Dieses verwende ich in meinem Schildkröten-Schutzhaus.             Ricarda Schramm

 


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