Auf Schildkrötensafari mit Elke Wallrapp (Folge 51)

Nicht immer werden die Schildkrötenfunde im öffentlichen Raum von spektakulären Geschichten begleitet. Manchmal sind es einfach nur Tatsachen und logische Schlüsse, dass wir sie entdecken – so wie bei unserer nächsten Schildkröte.

In vielen Orten gibt es Brunnenanlagen, die den Namen „Neptunbrunnen“ tragen. Zwei davon haben wir schon kennengelernt. Die eine in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin (Schildkrötensafari Folge 2) und die andere im Park von Schloss Schönbrunn/Wien (Schildkrötensafari Folge 19).
Beide haben mindestens zwei Dinge gemeinsam – sie gelten als monumental und weisen eine Schildkröte als Verzierung auf.
Und genau diese Eigenschaften treffen auch auf unseren nächsten Neptunbrunnen zu.
Er ist ebenfalls gigantisch, sehr detailreich gestaltet und es gibt eine Schildkröte zu bewundern.

Im Park des „Städtischen Klinikums Dresden-Friedrichstadt“, dem ehemaligen Garten des Palais Brühl-Marcolini, ist unser nächster Neptunbrunnen zu finden.
Leider ist er (noch) nicht so bekannt, was mit Sicherheit daran liegt, das der „klassische Dresden Tourist“ diesen Park mit seinem barocken Brunnen nicht zufällig besucht.
Vorab gesagt, eine Besichtigung lohnt sich!
Keine Beschreibung und sei sie auch noch so detailliert, kann die Pracht und die Ausstrahlung dieses Brunnens reflektieren!
Dresdens Neptunbrunnen ist einmalig schön, auch wenn er im Hintergrund von modernen (etwas störenden) Wohngebäuden umgeben ist.

Wir sind von der Friedrichstraße durch den wunderschönen Park, vorbei an den Krankenhausgebäuden, spaziert, bevor wir den Neptunbrunnen in seiner ganzen Pracht dahinter entdeckten.
Erreichbar ist er aber auch direkt durch einen Eingang in der Wachsbleichstraße, die hinter dem Brunnen und der angrenzenden Mauer liegt.

Sein Anblick ist überwältigend. Das Wasser des circa 48 m breiten Sandsteinbrunnens ergießt sich in drei Kaskaden in ein großes Becken. Eine geschwungene Treppe führt hinter dem Brunnen an der obersten Ebene vorbei.
Dort oben thront Neptun, auf einem Muschelwagen stehend. Dieser wird von zwei Hippokampen gezogen.
Neptun hält einen Lorbeerkranz über das Haupt seiner danebensitzenden Gattin „Amphitrite“, deren nackten Füße auf dem Rücken einer Landschildkröte stehen.
(Wird die Schildkröte hier als Symbol für die Weiblichkeit, für die Fruchtbarkeit des Wassers oder für die Macht des Wassers dargestellt? Denn in der griechischen Mythologie gilt „Amphitrite“ als Beherrscherin der Meere…wir wissen es nicht).

Weitere mythologische Figuren ergänzen das Gesamtbild – eine Nereide und ein Zephir, die den Wagen lenken. Triton, der in sein Horn bläst. Flussgötter der Antike, die sinnbildlich für den Tiber und den Nil stehen und einige dazugehörige Attribute, wie Romulus und Remus, sowie eine Sphinx.

Der Neptunbrunnen in Dresden wurde 1745/46 nach einem Entwurf von Zacharias Longuelune (französischer Architekt) von dem Hofbildhauer Lorenzo Mattielli (italienischer Bildhauer) fertig gestellt.
Ab 2007 wurde der stark verwitterte Brunnen in mehreren Schritten umfassend restauriert.

Auf alten Bildern/Postkarten wird Neptun mit einem Dreizack in den Händen gezeigt. Diese Darstellung stammt von Restaurationsarbeiten der Jahre 1874/75. Der Bildhauer Robert Eduard Henze veränderte kleine künstlerische Details des Brunnen. Diese wurden nun wieder rückgängig gemacht und die Brunnenanlage in ihren Originalzustand versetzt.

Text und Fotos: Elke Wallrapp. Alle Rechte bei der Autorin.

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