Auf Schildkrötensafari mit Elke Wallrapp (Folge 41)

Tanzende Schildkröten (Dansende Schildpadden) – wie inspirierend und passend zu einer Musik- und Kunsthochschule, denn lautes Singen schallt aus dem geöffneten Fenster eines Gebäudes.
Studenten sitzen auf den Stufen der Treppen und nehmen keine Notiz davon – auch nicht von mir – denn ich umrunde die circa drei Meter hohe Schildkrötenstatue mehrfach und bestaune sie.
Wir befinden uns in einem begrünten Innenhof der „Fontys Hochschule für Künste“, mitten in der niederländischen Gemeinde Tilburg.

Fantastisch, groß und auch detailgetreu sind die beiden tanzenden Schildkröten aus Bronze. Sie sind hohl gegossen und leider ohne Unterkörper. Ihre Hälse wirken leicht verdreht und ihre Gesichter verzückt. Sie erinnern in ihrer Haltung an menschliche Wesen, die sich miteinander bewegen.

Befestigt sind sie auf einem pyramidenförmigen Dach, welches einen quaderförmigen Granitsockel bedeckt. Die Seiten des Sockels sind mit plastischen Verzierungen, die an gotische Bögen erinnern, geschmückt.
Diese sollen auf die frühere Nutzung dieses Ortes hinweisen, denn von 1885 bis 1986 befand sich hier der Klostergarten des „Ordens unserer Lieben Frau“.

Und genau das soll die im Jahr 2007 errichtete Skulptur des niederländischen Bildhauers Niko (Nikolaas Joseph) de Wit (* 1948) symbolisieren – die Metamorphose eines ruhigen, beschaulichen Ortes der Meditation, Besinnlichkeit und Abgeschiedenheit zu einem Ort des Lebens, der Kunst und Musik, für jedermann zugänglich.
Allein die Schildkröten stellen diese Verwandlung bereits dar – ihr lebenslustiger Tanz kontra die Möglichkeit sich in die Abgeschiedenheit ihres Panzers zurückzuziehen.
Eine perfekte Wahl!

Ein paar Schritte von der Skulptur entfernt, befindet sich eine in den Boden eingelassene Erklärungstafel aus Granit.

Text und Fotos: Elke Wallrapp. Alle Rechte bei der Autorin.

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