Ein Besuch im Botanischen Garten Berlin-Dahlem

Von Dietmar Meinel

 

Meine regelmäßigen Aufenthalte in Berlin versuche ich stets auch mit einem Besuch des Botanischen Gartens in Berlin-Dahlem zu verbinden. Auf einer Fläche von über 43 Hektar werden in verschiedenen Landschaftsbereichen und in 15 Schaugewächshäuser über 22.000 Pflanzenarten aus aller Welt gezeigt. Für Pflanzenliebhaber lohnt sich ein Besuch im größten Botanischen Garten Deutschlands zu jeder Jahreszeit. Aber auch viele Tierbeobachtungen sind dort möglich. Besonders für Ornithologen ist der ganze Garten ein Paradies. Viele Schmetterlinge finden dort ideale Bedingungen und in jedem Gewässer, selbst in kleinsten Wasserbecken, entdeckt man Frösche.

Als ich vor Jahren das erste Mal in diesem Botanischen Garten unterwegs war, war ich auch mit der Erwartung, dort auch die fast überall in derartigen Einrichtungen anzutreffenden Schmuckschildkröten zu entdecken, unterwegs. Im Großen Tropenhaus wurde ich schnell fündig und sah in einem Wasserbecken mehrere Rotwangen-Schmuckschildkröten. Bis zur 2006 beginnenden Grundsanierung des Großen Tropenhauses hatte ich bei wiederholten Besuchen meine Freude an diesen Tieren. Nach der Wiedereröffnung des Tropenhauses im Herbst 2009 erstrahlte der historische Bau im neuen Glanz. Aber die Schildkröten waren dort nicht mehr zu sehen. Dafür waren Kois dort eingezogen…

Im Herbst letzten Jahres führte uns wieder einmal ein Kurzurlaub nach Berlin und natürlich auch in den Botanischen Garten. Erstmals auf anderen Wegen unterwegs, standen wir vor einem uns bisher unbekannten Teich. Dieser war teilweise dicht mit Seerosen und anderen Wasserpflanzen bewachsen. Es dauerte eine Weile, bis ich sie in den dichten Pflanzenteppichen entdeckte: Schmuckschildkröten! Bis zu acht Tiere konnte ich gleichzeitig zählen.

Vermutlich handelt es sich um von Besuchern ausgesetzte Tiere. Ob die Exemplare aus dem Tropenhaus auch dort leben, vermag ich nicht zu sagen.

Ich möchte diese Schildkrötenbeobachtung an dieser Stelle nicht werten, aber sie zeigt sehr deutlich, dass uns das „Problem Schmuckschildkröte“ noch lange begleiten wird.

Ob die durch jahrelangen, unkontrollierten Handel verursachten Probleme allein durch die neueren EU Verordnungen zu beheben sind , wage ich dabei zu bezweifeln. Verfolgung, Handels – und Haltungsverbote dieser äußerst liebenswerten und interessanten Schildkrötenart können meiner Ansicht nach nicht die alleinige Lösung sein.

 

Text und Bilder: Dietmar Meinel. Alle Rechte beim Autor.

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